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Trend Barfußschuhe

Schuhe und richtig gehen


Natürlich gehen ist natürlich nicht so einfach!

ARTIKEL von Stefan Füger | 05.05.2015

Was solltest Du über Barfußschuhe und Rückenschmerzen wissen?

Vor mehr als einem Jahrzehnt, bereits im Jahr 2004, stellte ein amerikanischer Sportartikelhersteller einen Barfußschuh vor.

Bald folgten Wettbewerber und bis heute haben sich verschiedene Nischenbieter mit Fokus auf Barfußschuhe etabliert.

Was gibt es über Barfußschuhe zu wissen? 

Die Antwort auf diese Frage ist so komplex wie Dein Fuß selbst:  zusammengesetzt aus 26 Knochen (plus zwei Sesambeinen), nahezu 30 Gelenken, der doppelten Anzahl Muskeln, mehr als 100 Bändern, etwa der doppelten Anzahl an Sehnen und extremen Belastungen ausgesetzt ist der Fuß die direkte Verbindung mit dem Untergrund.

Gleichzeitig ist der Fuß aber auch die direkte Verbindung zum weiteren Bewegungsapparat – auch dem Becken und Rücken. Er muss den täglichen Belastungen Stand halten, sollte aber möglichst wenig von dieser Belastung nach oben weitergeben. Um uns einer Einschätzung anzunähern, möchten wir zunächst darstellen was beim barfuß gehen passiert.

Ein Schuh mit Absatz weist eine sogenannte Sprengung auf, d.h. der Absatz ist höher als der vordere Teil des Schuhs. Der Fachbegriff Sprengung bezeichnet also das Gefälle zwischen Ferse und Vorfuß.

Die Technologie traditioneller Laufschuhe mit höherer Sprengung soll dämpfen und stützen. Dabei wird dem Fuß allerdings seine eigentliche Funktion abgenommen, selbst als eine Art Stoßdämpfer zu wirken.

Traditionelle Schuhe nehmen den Füßen durch die Ausprägung der Sohle und einem Verlauf über den Knöchel einen Teil ihrer natürlichen aktiven Aufgabe ab. Umgekehrt wird die Muskulatur beim Barfußgang durch die ständige Anpassung an neue Bodenbeschaffenheiten mehr beansprucht und trainiert.

Typischerweise treten wir in festem Schuhwerk mit der Ferse zuerst auf (auch Fersengang genannt). Beim Barfußgang hingegen verlagert sich der Erstkontakt weiter nach vorne in den mittleren Bereich des Fußes oder den Vorderfuß (auch Ballengang genannt). Was sind die Unterschiede bzw. Vor- und Nachteile?

Der Nachteil des Fersengangs: die Ferse gibt die beim Auftreten entstehenden Kräfte nahezu ungedämpft in den Körper ab.

Der Vorteil des Ballengangs: der Vorfuß fungiert als Stoßdämpfer und schluckt einen Teil der Kraft. Gleichzeitig absorbiert auch die Muskel- bzw. Faszienkette durch den leicht anderen Bewegungsablauf etwas Kraft.

Sollte angesichts dieser Argumente nicht sofort jeder auf Schuhe umsteigen, die dem Barfußgehen möglichst nahe kommen? 

Barfußschuhe sind sicherlich nicht für jeden geeignet.

Menschen mit Fußerkrankungen, denen z.B. Einlagen helfen, Fehlstellungen im Fußgewölbe auszugleichen und zu stützen, kommen sicherlich nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt in Betracht.

Bevor Du Dich also für Barfußschuhe entscheidest und deinen Bewegungsapparat durch einen längeren Anpassungsprozess versuchst daran zu gewöhnen, erscheint sogar die Abklärung durch einen Sportmediziner angebracht, oder eine Bewegungsanalyse.

Gerade Menschen, die lange Zeit mit Begeisterung Stöckelschuhe trugen, sollten vorsichtig sein. Langes Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen kann laut wissenschaftlicher Studie zu verkürzter Beinmuskulatur und Achillessehne führen.

Beim Umstieg auf flache Barfußschuhe, kann es zu Beschwerden kommen. 

Die Wissenschaftler sind sich noch nicht so recht einig über Vor- und Nachteile von Barfußschuhen. Zwar sprechen Studien davon, dass traditionelle Laufschuhe die Gelenke stärker als Barfußlaufen belasten.

In einer Erklärung aus dem Jahr 2014 sieht sich z.B. die US-Vereinigung der Fußchirurgen nicht im Stande final über Vor- und Nachteile zu urteilen.

Gleichzeitig zeigen einige Studien erhöhte Verletzungs- und Überlastungserscheinungen bei Läufern, die auf Barfußschuhe umsteigen. Dieser Effekt lässt sich jedoch möglicherweise durch eine zu schnelle Umstellung unter hoher Belastung erklären - ähnlich wie bei obig angeführtem Beispiel zu Stöckelschuhen.

Insofern geht probieren über studieren! Nachfolgend deshalb Tipps zum testweisen umsteigen!

Macht es Sinn, testweise komplette umzusteigen?

Wer viele Jahre festes Schuhwerk verwendet und wenig barfuß geht weist vermutlich einen degenerierten Fußapparat auf. Deshalb sollte die Umstellung von gedämpftem Laufschuh auf Barfußschuh behutsam und im wahrsten Sinne des Wortes in kleinen Schritten erfolgen.

Empfehlenswert ist, den Barfußschuh zunächst als Zweitschuh selektiv bei kürzeren Strecken zu verwenden. Anfangs reichen vermutlich wenige Minuten. Muskeln und Sehnen gewöhnen sich nur langsam an die bislang ungewohnte, neue Belastung. 

  • Jahre oder jahrzehntelanges festes Schuhwerk lassen die komplexe Kombination aus Knochen, Muskeln, Bändern und Sehnen im Fuß degenerieren.
  • Barfuß zu gehen, hilft bei behutsamem umsteigen, dem Fuß wieder seine ursprüngliche aktive Aufgabe angedeihen zu lassen.
  • Der Barfußgang belastet bei trainierten Füßen die Gelenke weniger als traditionelle Laufschuhe.
  • Der Umstieg von traditionellen Laufschuhen auf Barfußschuhe sollte sehr behutsam geschehen, da die Fußmuskulatur diese Belastung nicht gewöhnt ist.
  • Barfußschuhe sind nicht für jeden geeignet. Menschen mit Fußerkrankungen kommen sicherlich nicht in Betracht.
  • Eine Abklärung mit einem Sportmediziner oder eine Bewegungsanalyse erscheinen ratsam. 

Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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