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Wirbelsäulenanomalie

Was ist die Ursache?

Entstehung von Rückenschmerzen oft multikausal


Spondylolisthesis: Wirbelgleiten

ARTIKEL von Stefan Füger | 23.11.2016

Wirbelgleiten durch angeborene oder degenerative Ursachen

Die Spondylolisthesis, umgangssprachlich als Wirbelgleiten bezeichnet, gehört neben Morbus Scheuermann und der Skoliose zu den schmerzhaften Wirbelsäulenanomalien.

Sie kann angeborene oder degenerative Ursachen haben.

Konservative, nicht operative, Behandlungsmethoden stehen zunächst im Mittelpunkt. Bei bestimmten Rahmenbedingungen kann ein operativer Eingriff notwendig erscheinen.

Der Begriff Spondylolisthesis bezeichnet eine Instabilität der Wirbelsäule. Umgangssprachlich wird diese Wirbelsäulenanomalie auch Wirbelgleiten oder Gleitwirbel genannt.

Der Fachbegriff Spondylolisthesis leitet sich von den griechischen Wörtern für „Wirbel“ und „Gleiten“ ab.

Genau genommen wäre deshalb die korrekte Trennung der beiden zusammengefügten Worten Spondyl-Olisthese. Insofern wäre als Kurzform auch Olysthese und nicht der oft verwendete Begriff Listhese korrekt.

Beim Wirbelgleiten rutscht ein oberer Teil der Wirbelsäule samt des Gleitwirbels über einen darunter liegenden Bereich der Wirbelsäule hinweg.

Typischerweise verläuft die Gleitbewegung nach vorne, so dass Experten von Ventrolisthesis sprechen. Eine Gleitbewegung nach hinten heißt entsprechend Retrolisthesis. 

Grundsätzlich lassen sich grob zwei Gruppen von Ursachen der Spondylolisthesis unterscheiden, nämlich solche die angeboren sind bzw. solche, die sich im Laufe des Lebens entwickeln.

Angeborene Ursachen der Spondylolisthesis möchten wir an dieser Stelle ausklammern und uns besonders auf die im Laufe des Lebens erworbenen Formen des Wirbelgleitens fokussieren.

Erworbene Ursachen des Wirbelgleitens

Diese lassen sich in folgende Ursachen einteilen:

  1. Degenerative Form des Wirbelgleitens: wir nennen diese Ursache der Spondylolisthesis bewusst an erster Stelle. Denn das Anliegen dieser Rückenseite ist es, allgemein besonders auf verschleißbedingt Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen aufmerksam zu machen. Im Speziellen führen Abnutzungserscheinungen zu einer Vergrößerung des Zwischenwirbelraums, die dann ein Abgleiten der Wirbelkörper ermöglicht.
  2. Pathologische Form der Spondylolisthesis: krankhaften Veränderungen am Knochen folgt deren reduzierte Festigkeit was wiederum ein Wirbelgleiten ermöglichen kann.
  3. Traumatische Form des Gleitwirbels: der Begriff erklärt sich nahezu von selbst. Eine Verletzung („Trauma“) führt zu Veränderungen an Wirbeln, die wiederum zum Abgleiten führen kann.
  4. Postoperative Form der Spondylolisthesis: Operationen an der Wirbelsäule können sich höchst komplex gestalten. Damit einhergehende Veränderungen am Knochengerüst können sozusagen als Zweitrundeneffekt nach einer Operation zu Situationen führen, die ein Wirbelgleiten ermöglichen können.

Wirbelgleiten förderliche Sportarten

Darüber hinaus befördern bestimmte Sportarten die Entstehung eines Gleitwirbels. Wir möchten diesen Bereich separat herausreifen und nicht als fünften Punkt unter der Liste einfügen.

Bei verschiedenen Sportarten kann es zu einer hohen Belastung der Wirbelsäule samt einem Überstrecken nach hinten kommen. Diese Kombination kann zur Entstehung einer isthmischen Spondylolisthesis beitragen.

Zu den ursächlichen Sportarten gehören beispielsweise Speerwerfen, Trampolinspringen, Delphinschwimmen, bestimmte Schwerpunkte im Turnen sowie das Gewichtheben.

Die Intensitätsstufen, Schweregrade oder Schwerestadien des Wirbelgleitens teilen Mediziner nach der Klassifikation von Meyerding aus dem Jahre 1932 ein. Grundsätzlich werden hier vier Stufen unterschieden:

  • Meyerding Grad 1: die Wirbelkörper sind weniger als 25% zueinander versetzt
  • Meyerding Grad 2: 25 – 50%
  • Meyerding Grad 3: 50 – 75%
  • Meyerding Grad 4: > 75%

Neben diesen vier Kategorien bezeichnet der 5. Grad ein vollkommenes Abrutschen eines Wirbels. Diese Situation trägt auch den Fachbegriff Spondyloptose

Grundsätzlich muss das Wirbelgleiten keine Symptome hervorrufen. Die Spondylolisthesis kennzeichnen zudem keine charakteristischen Symptome, die ausschließlich auf sie hinweisen.

Ist der degenerative Vorgang aber in Gang verschlechtert sich der Zustand im Zeitverlauf oft, wenngleich natürlich konservative Behandlungsmethoden auf die wir weiter unten eingehen werden, sinnvoll sind und zur Besserung beitragen kann. Gleichzeitig kann sich eine Arthrose der Wirbelgelenke, auch Facettensyndrom genannt, entwickeln.

Insgesamt können die Symptome der Spondylolisthesis von anfänglichen Schmerzen im Rücken, über Schmerzausstrahlungen in die unteren Extremitäten, Einschränkungen beim Gehen, dem Gefühl einer instabilen Wirbelsäule gerade am Morgen bei entspannter Muskulatur bis hin zu Lähmungserscheinungen und Beeinträchtigungen der Funktion von Blase und Mastdarm führen.

Eine umfangreiche wissenschaftliche Untersuchung von Matsunaga, Ijiri iund Hayashi an 145 Patienten über viele Jahre hinweg beschreibt den natürlichen Verlauf des Wirbelgleitens. Ein Drittel der Patienten zeigten über den Zeitraum von zehn Jahren hinweg eine Verschlechterung der Symptome des Wirbelgleitens.

Von den Patienten, die bereits zu Beginn der Studie über neurologische Beschwerden klagten, verschlechterte sich zudem der Zustand bei mehr als 80% im Verlauf des Untersuchungszeitraums von zehn Jahren. 

Da die Spondylolisthesis teils ohne Schmerzen einhergeht, handelt es sich oft um einen Zufallsfund, der im Rahmen einer anderen Untersuchung auftaucht.

Zur konkreten Abklärung verwenden Mediziner bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie oder Computertomographie. 

Eine gültige Leitlinie zur Behandlung des Wirbelgleitens existiert nicht.

Primäre Behandlungsziele des Wirbelgleitens sind die Schmerzreduktion, um den Patienten möglichst in Bewegung halten zu können sowie die Stabilisierung der Wirbelsäule.

Grundsätzlich gilt wie bei anderen Wirbelsäulenanomalien (beispielsweise Morbus Scheuermann oder Skoliose) auch, dass zunächst der Fokus auf konservativen Behandlungsmöglichkeiten liegen sollte.

Konservative Behandlung Wirbelgleiten

Zu den konservativen, nicht-operativen, Behandlungsansätzen des Wirbelgleitens gehören folgende:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel behandeln natürlich nicht die Ursachen, sondern erleichtern lediglich die Symptome. Dennoch können sie einen Teilaspekt der Behandlung der Spondylolisthesis  ausmachen.
  • Physiotherapie: mittels geeigneter Übungen soll relevante Muskulatur im Rücken aufgebaut werden, um die Wirbelsäule zu stabilisieren.
  • Rumpforthese: vergleichbar mit einer Skoliose verfolgt ein speziell angepasstes Kunststoffkorsett ebenfalls das Ziel der Stabilisierung der

Operative Behandlung Wirbelgleiten

Eine operative Therapie des Wirbelgleitens kommt in Betracht, wenn die konservativen Behandlungsmethoden nicht den wünschten Erfolg erzielen.

Der Fachbegriff Spondylodese bezeichnet hierbei operative Maßnahmen zur Behandlung der Spondylolisthesis.

Insbesondere machen folgende Umstände ein Abwägen hin zu einer operativen Maßnahme möglicherweise notwendig:

  1. Die Schmerzen lassen sich mit konservativen Mitteln und Wegen nicht in den Griff bekommen.
  2. Das Wirbelgleiten wird intensiver.
  3. Lähmungserscheinungen bzw. Motorikstörungen kommen hinzu.
  4. Funktionsbeeinträchtigungen von Blase- oder Mastdarm.

Osteoporose und ein fortgeschrittenes Alter lassen einen operativen Eingriff in der Regel jedoch nicht sinnvoll erscheinen.

Bei einem operativen Eingriff verfolgt der Chirurg das Ziel, die Wirbel an ursprünglicher korrekter Stelle zu positionieren und zu fixieren bzw. zu versteifen. Damit soll eine bessere Stabilität der Wirbelsäule samt richtiger Lastenverteilung und Entlastung etwaiger gereizter Nerven erreicht werden.

Spondylolisthesis, bzw. umgangssprachlich Wirbelgleiten, kann zu einer starken Belastung für die Betroffenen werden.

Wenngleich es sich oft um einen Zufallsfund handelt und oftmals zunächst ohne Schmerzen einhergeht, zeigt zumindest eine langangelegte Wissenschaftliche Studie, dass auf die lange Frist eine Verschlechterung folgen kann.

Konservative Behandlungsmethoden sind wie bei anderen Wirbelsäulenanomalien auch (beispielsweise Skoliose oder Morbus Scheuermann) das Mittel der Wahl.

Falls sich jeder doch Zustand rapide verschlechtert und Schmerzen mit konservativen Maßnahmen nicht in den Griff zu bekommen sind, erscheint unter bestimmten Voraussetzungen eine Operation im Rahmen des Sinnvollen.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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