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Rückenschmerzen durch unbehandelte Skoliose

Was ist die Ursache?

Entstehung von Rückenschmerzen oft multikausal


Skoliose bei Kindern

ARTIKEL von Stefan Füger | 01.06.2016

Skolikose: Schmerzen durch Verkrümmungen an der Wirbelsäule

Leichte Verkrümmungen der Wirbelsäule müssen nicht unbedingt zu Schmerzen führen.

Weicht das Knochengerüst samt Bandscheiben jedoch stärker von der Längsachse ab, kann eine solche Skoliose durchaus Beschwerden verursachen. 

Deshalb empfiehlt sich gerade bei Kindern, die Entwicklung der Wirbelsäule im Blick zu behalten, um gegebenenfalls früh entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

Der Begriff Skolios bezeichnet nichts anderes als eine Verkrümmung der Wirbelsäule. Das griechische Wort skolios steht für krumm. 

Die seitliche Krümmung kann mit einer Verdrehung der Wirbelsäule einhergehen. Falls es hierbei zu einer Deformation der Wirbelkörper kommt, sprechen Fachleute von Torsion

Leichte Skoliosen müssen nicht notwendigerweise äußerlich sichtbar oder erkennbar sein. Oft verursachen sie auch keinerlei Beschwerden und bleiben somit auch unentdeckt. 

Ein gesunder bzw. normal gebaute Wirbelsäule weißt von der Seite ausbesehen die ihr typische Doppel-S-Form auf. Von vorne oder hinten angeschaut, sollte sie gleichsam keine Abweichung zur Seite aufzeigen.

Da sich eine Skoliose typischerweise im Kindes- und Jugendalter entwickelt, wird auch von einer Wachstumsdeformität gesprochen. 

Deshalb empfiehlt es sich, bereits in jungen Jahren die Wirbelsäule der Heranwachsenden im Blick zu behalten. Sollten Untersuchungen erste Anzeichen einer Skoliose ergeben, bleibt so die Möglichkeit, gegenzusteuern. 

Die Häufigkeit einer Skolios scheint sehr schwer bestimmbar. Eindeutige Aussagen über verschiedene wissenschaftliche Studien hinweig gibt es nämlich nicht. 

Dies mag wohl daran liegen, dass für die Forscher Skolios im Sinne ihrer Untersuchung nicht gleich Skoliose war. 

In den verschiedenen Publikationen legen die Autoren abweichende Mindestwerte der Wirbelsäule für die Definition einer Skoliose zugrunde. Entsprechend breit gefechert fallen die Häufigkeitsangaben aus. 

Unter der Annahme, dass eine Abweichung von mindestens 10% die "richtige" Angabe sei, liegt die Häufigkeit einer Skolios bei ca. 2%. 

Die Spannbreite wird jedoch mit 1% bis 15% angegeben - je nach Mindestabweichung eben. 

Die Ursachen von Rückenbeschwerden liegen oft in verschiedenen Faktoren gleichzeitig begründet. Deshalb sprechen Experten auch von Multikausalität. 

Mangelende Bewegung, Stress und statische lange Sitzphasen mögen bei der Entstehung von Beschwerden zusammenwirken. 

Ähnlich verhält sich die wohl die Enstehung einer Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule. Die typische Arte der Skoliose für die sich keine eindeutige Ursache festsetzen lässt, heißt entsprechend idiopathische Skoliose

Die idiopathische Skoliose macht ca. 90% alle Fälle aus.

Begründet liegt sie in kindlichen Wachstumsphasen. Wie schon angesprochen, bleibt eine Skoliose meist zunächst unentdeckt. Die Abweichung der Wirbelsäule von der Längsachse um wenige Grad ist äußerlich meist nicht ersichtlich. Ohne ein Gegensteuern birgt diese Entwicklung jedoch die Gefahr von Rückenschmerzen im Erwachsenenalter. 

Rückenschmerzen betreffen insgesamt Jungs weniger häufig als Mädchen. Und so verhält es sich auch bei der Skoliose. Mädchen sind häufiger als Jungs betroffen. Ob hierfür ein genetischer Unterschied die Verantwortung trägt, lässt sich wissenschaftlich indes noch nicht nachweisen. 

Zu den klar erkennbaren Ursachen einer Skoliose zählen angeborene Fehlstellungen wie biespielsweise Beckenschiefstand durch unterschiedlich lange Beine. 

Im Gegensatz zur Angabe der Häufigkeit eine Skoliose fällt die Kategorisierung nach der oben angesprochenen idiopathischen Skoliose klarer aus. Experten gehen hier nach Alter, Abweichung, Bereich der Wirbelsäule oder Krümmungsmuster vor. 

Einteilung der idiopathischen Skoliose nach Alter der Heranwachsenden: 

  • Infantile idiopathische Skoliose: Entstehung bis zum 3. Lebensjahr
  • Juvenile idiopathische Skoliose: Entstehung zwischen 4. und 10. Lebensjahr
  • Adoleszente idiopathische Skoliose: Entstehung nach dem 10. Lebensjahr

Nach der seitlichen Ausprägung wird in links- bzw. rechtskonvexe Skoliose unterschieden.

Hinsichtlich der Wirbelsäulenbereiche:

  • Thorakale Skoliose: Brustwirbelsäule
  • Lumbale Skoliose: Lendenwirbelsäule
  • Thorakolumbale Skoliose: zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Thorakale und lumbale (doppelbogige) Skoliose: Brust- und Lendenwirbelsäulen

Einteilung nach Krümmungsmuster:

  • C-förmige Skoliosen
  • S-förmige Skoliosen
  • Doppel-S-Skoliosen

Wie oben angesprochen macht sich eine Skoliose im Anfangsstadium nicht oder kaum in Form von Rückenbeschwerden bemerkbar. 

Gleichzeitig bleibt die Verkrümmung der Wirbelsäule, bzw. deren seitliche Abweichung von der Längsachse, äußerlich typischerweise zunächst auch unentdeckt.

Eine Skoliose fällt deshalb meist im Rahmen einer anderen Untersuchung als Zufallsbefund auf. 

Bei der Diagnose einer Skolios begutachtet der Arzt hierbei die Körperhaltung, z.B. den Verlauf der Wirbelsäule bei nach vorne gebeugtem Rücken. Um den Grad der Verkrümmung genauer diagnostizieren zu können, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. 

Da sich im Kindes- und Jugendlichenalter die Anatomie durch Wachstumsschübe rasche ändern kann, sollte die Entstehung eine idiopathische Skoliose stets im Blick behalten werden. Dadurch bleibt Raum, um frühzeitig und rechtzeitig gegenzusteuern. 

Je früher die Diagnose eine idiopathische Skoliose ergibt, umso besser stehen die Chancen bei einer nur leichten Abweichung der Wirbelsäule die Fehlstellung korrigieren zu können. 

Eine idiopathische Skoliose mit lediglich wenigen Grad Abweichungen verursacht typischweise keine oder kaum Beschwerden.

Die Rückenschmerzen kommen leider meist erst viele Jahre später im Erwachsenenalter. Dies liegt häuftig an den in der Verkrümmung oder Verdrehung begründeten Verschleißerscheinung an Wirbelkörpern oder Bandscheiben bis hin zu einem Bandscheibenvorfall.

Über die degenerative Entwicklungen wie diesen oder dem Facettensyndrom liest Du in separaten Beiträgen. 

In jedem Fall sei bei einem Verdacht auf Skoliose, die Abklärung durch einen Arzt angeraten, um gegebenenfalls frühzeitig korrigierende Maßnahmen ergreifen zu können.

Liegen lediglich weniger Grad Abweichung und kaum eine Verdrehung der Wirbelsäule vor, lässt sich womöglich bereits durch folgendes Vorgehen eine Verbesserung erzielen.

Bei noch kleinen Kindern kann bereits eine angepasste Lagerung helfen. Bei etwas älteren Kindern und Jugendlichen liegt das Mittel der Wahl häufig in der Physiotherapie.

Aber wie gesagt: Diagnose und Therapie müssen unbedingt mit einem Arzt abgestimmt werden!

Bei stärkeren Abweichungen und Deformationen der Wirbelsäule versuchen Ärzte durch ein speziell für Patienten angefertigtes Kunstoffkorsett gegenzuwirken, und Wirbel zu begradigen

Für Kinder und Heranwachsende kann dies leider teils recht unangenehm sein. Diese sogenante Orthese muss möglicherweise bis zum Ende der Wachstumsphasen tags und nachts anbleiben. 

In den schwersten Fällen sehen Ärzte kein anderes Vorgehen als einen operativen Eingriff

Die Ursprünge einer Skolios liegt meist in den Wachstumsphasen von Kindern und Jugendlichen begründet. Daneben können offenslichtliche Faktoren wie ein Beckenschiefstand ausgelöst durch unterschiedlich lange Beine beitragen. 

Zunächst verursacht eine Skolios bei wenigen Grad Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule keine oder kaum Beschwerden. Zudem ist die Deformation äußerlich in diesem frühen Stadium meist nicht ersichtlich.

Sie bleibt entsprechend oft auch unentdeckt und lediglich ein Zufallsfund im Rahmen anderer Untersuchungen.

Ohne haltungskorrigierende Maßnahmen können sich im Zeitverlauf bis zum Erwachsenenalter hin dann aber durchaus Rückenschmerzen entwickeln. 

Entdeckt der Arzt die Skoliose frühzeitig, kann mit angepasster Lagerung bei Kleinkindern oder mit Physiotherapie bei etwas größeren Kindern und Jugenglichen entgegengewirkt werden. 

Sollte dies nicht fruchten, verordnen Orthopäden meist ein sepziell angepasstes Kunstoffkorsett namens Orthese, das Tag und Nacht bis zum Ende der Wachstumsphase getraten werden muss. 

Lediglich in sehr schweren Fällen fällt die Therapiewahl auf einen operativen Eingriff.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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