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Ursache Bewegungsmangel

Faszien


Rundrücken durch verkürzte Bauchmuskulatur

ARTIKEL von Stefan Füger | 13.11.2016

Rundrücken durch chronisch verkürzte Faszien

Ein Rundrücken kann verschiedene Ursachen haben.

Neben krankhaften Veränderungen liegt die Entstehung oft in funktionellen Störungen, beispielsweise chronisch verkürzter Faszien im Bereich der Bauchmuskulatur.

Schulter- und Nackenschmerzen bis hin zu anhaltenden Kopfschmerzen können die Folge sein.

Falsches Alltagsverhalten wie lange, monotone Sitzphasen in gebeugter Haltung begünstigen die Entstehung eines Rundrückens.

Ein Rundrücken (in der Medizin als Hyperkyphose bezeichnet) kann mehrere Ursachen haben und durch krankhafte Veränderungen am Bewegungsapparat entstehen, die wir an dieser Stelle jedoch lediglich kurz ansprechen möchten.

Unser Fokus liegt auf den danach ausführlich dargestellten Ursachen funktioneller Störungen durch falsches Alltagsverhalten mit der Folge einer verkürzten Bauchmuskulatur.

Krankhafte Veränderungen

  • Osteoporose: die auch als Knochenschwund bekannte Krankheit kann den gesamten Körper betreffen. Durch Abbau von Knochenmasse verliert der Körper an Stabilität. Dies kann zu Wirbelbrüchen und in der Folge zu einem Rundrücken führen.
  • Morbus Scheuermann: Vorder- und Rückseite der Wirbelkörper wachsen im Brustbereich ungleichmäßig. Dies kann bei Jugendlichen zu einem Rundrücken führen. Mehrheitlich betroffen sind Jungs.
  • Morbus Bechterew: entzündliche Erkrankungen führen zu Versteifungen an der unteren Wirbelsäule mit der möglichen Folge eines Rundrückens. Auch hier trifft es überwiegend jüngere Menschen.

Funktionelle Störungen

Die wesentliche Ursache für einen Rundrücken liegt jedoch im allgegenwärtigen Bewegungsmangel und ungünstiger Körperhaltung insbesondere beim Sitzen.

Während unsere Vorfahren sich gezwungen sahen, täglich aufs Neue Nahrung zu besorgen und sich viel bewegten, zwingt uns unsere Leistungsgesellschaft scheinbar immer mehr in die Bewegungsarmut.

Von Natur aus ist der Mensch ein Läufer – und unterfordert mittlerweile seinen hierfür gebauten Körper massiv. Ethnische Gruppen wie die San legen jährlich bis zu 4.000 Kilometer auf der Jagd zurück – der moderne Mensch sitzt sich krank.

Eine zu schwache Muskulatur bietet zu wenig Unterstützung. Die Haltung verschlechtert sich. Vielleicht kennst Du dies von Dir selbst, oder beobachtest dies bei Kollegen im Büro. Wenn du lange am Schreibtisch sitzt, sinkt der Oberkörper langsam immer weiter nach vorne über.

Die Wirbelsäule verkrümmt sich zumindest temporär. Über längere Zeit und ohne aktives Gegenarbeiten in Form von Dehnübungen und dem Aufbau relevanter Muskelgruppen kann sich diese jedoch als Dauerzustand einschleichen und zu einem Rundrücken führen.

Lassen wir die krankhaften Ursachen weiterhin beiseite und gehen den Auswirkungen funktioneller Störungen im wahrsten Sinne des Wortes weiter auf den Grund.

Der gerade Bauchmuskel (in der Fachsprache auch Rectus abdominis genannt) verbindet Brustkorb und Becken miteinander. Welche Rolle spielt das Fasziengewebe beim Rundrücken?

Jeden Muskel umgibt eine Faszienhülle. Diese Bindegewebehäute können sich aufgrund verschiedener Ursachen verkürzen, verkleben und bis zu verhärteten und filzigen Strukturen entwickeln.

Bewegungsmangel und auch Stress spielen hierbei eine wesentliche Rolle.

Dauerhaft verkürztes, die Bauchmuskulatur umschließendes Fasziengewebe kann folgendes bewirken:

  • Die kürzer als normale Bauchmuskulatur zieht den Brustkorb nach vorne.
  • Gleichzeitig bewegt sich das Becken sozusagen dem Brustkorb entgegen.
  • Die Gesäßmuskulatur spannt sich durch diese Bewegung an.
  • Der Kopf folgt der Bewegung des Brustkorbs und rückt ebenfalls weiter nach vorne.
  • Er sitzt damit nicht mehr ausbalanciert auf Schulter und Nacken sondern übt stattdessen einen Zug auf die obere Rückenmuskulatur aus (vergleichbar bei einem Handynacken).
  • Die chronisch verkürzte Körpervorderseite führt so zu einem Rundrücken.
  • Der Brustkorb wird durch die flachere Brust und nach vorne fallende Schultern weniger beweglich mit der Folge einer etwas schwierigeren Atmung.

Rückenschmerzen müssen ursächlich also nicht notwendigerweise direkt der Rückenmuskulatur, Bandscheiben oder der Wirbelsäule entspringen.

Chronisch verkürztes Fasziengewebes mit der Folge einer zu kurzen Vorderseite kann sich in Form des Rundrückens auf der Körperrückseite mit Beschwerden äußern.

Ein Rundrücken kann sich in verschiedener Art und Weise auswirken. Nachfolgend stellen wir äußerlich sichtbare Auswirkungen eines Rundrückens, mögliche Implikationen für innere Organe sowie für das Zwerfell dar.

Äußerlich sichtbare Auswirkungen

Wie bereits angesprochen wirkt sich der Rundrücken durch eine Krümmung der Wirbelsäule nach vorne aus.

Schulter, Arme und besonders der Kopf bewegen sich ebenfalls weiter nach vorne.

Verspannungen der Nackenmuskulatur bis hin zu anhaltenden Nacken- und Rückenschmerzen samt Bewegungseinschränkungen können folgen.

Auswirkungen auf innere Organe

Über die äußerlich sichtbaren Auswirkungen hinaus kann ein Rundrücken die Funktion innerer Organe beeinträchtigt.

So kann es beispielsweise bei einer starken Verkrümmung des Brustkorbes zu Beeinträchtigungen an Herz oder Lunge kommen.

Auswirkung auf das Zwerchfell

Auch auf das Zwerchfell kann sich ein Rundrücken auswirken. Gedrängt durch das veränderte Muskelkorsett bewegt es sich aus seiner natürlichen Position heraus.

Einerseits kann dies die Atmung negativ beeinflussen. Sie wird beispielsweise kürzer.

Andererseits ist das Zwerchfell über verschiedene Faszien unter anderem mit einzelnen inneren Organen und der Lendenwirbelsäule verbunden.

Ungleichmäßige Zugwirkung auf nur einer Seite der Wirbelsäule kann nach der Meinung von Faszienexperten möglicherweise die Entstehung einer Skoliose mit begünstigen.

Nach der Darstellung der wesentlichen Aspekte der Entstehung und Auswirkungen eines Rundrückens stellt sich nun die Frage der Diagnose: wie stellt ein Arzt einen Rundrücken fest?

Im Gegensatz zu einer Skoliose lässt sich der Rundrücken äußerlich gut erkennen. Die Diagnose eines Rundrückens fällt dem Artz entsprechend leichter.

Der Rücken ist gekrümmt, der Kopf befindet sich vor dem idealen natürlichen Schwerpunkt, Schultern fallen nach vorne und die Körpervorderseite ist verkürzt.

Darüber hinaus können die üblichen bildgebenden Verfahren, wie beispielsweise Röntgenaufnahmen, die Diagnose konkretisieren und Aufschluss über den Krümmungswinkel (auch Cobb-Winkel genannt) geben.

Klammern wir auch an dieser Stelle weiterhin die oben aufgeführten krankhaften Veränderungen aus und fokussieren wir uns auf funktionelle Störungen am Bewegungsapparat.

Die Behandlung eines Rundrückens erfolgt typischerweise konservativ. Physiotherapeutische Übungen sollen die Körperstruktur verbessern und Rücken- sowie besonders die Brustmuskulatur wieder aufrichten.

Konsequentes Training ist hier jedoch die Grundvoraussetzung. Besonders die Baumuskulatur muss gedehnt werden, um der unnatürlichen Verkürzung entgegen zu wirken.

Zudem sollten Betroffene lange, monotone Sitzphasen vermeiden, die Muskulatur immer wieder lockern und Schultern und Kopf nicht nach vorne sinken lassen.

Operationen zur Behandlung eines Rundrückens mit der Ausrichtung oder gar Versteifung der Wirbelkörper möchten wir in diesem Zusammenhang nicht ausführlich darstellen. 

Ein Rundrücken aufgrund funktioneller Ungleichgewichte müsste in aller Regel nicht sein. Du kannst einem Rundrücken verschiedenartig vorbeugen.

Regelmäßige sportliche Betätigung, gezielte Rückenübungen und Bewegung allgemein helfen, Dein Fasziengewebe und Deine Muskulatur geschmeidig zu halten.

Solltest Du viel im Sitzen arbeiten, vermeide lange und monotone Sitzphasen. Sitz stattdessen dynamisch und lockere dazwischen immer wieder Deine Nacken,- Rücken- und Bauchmuskulatur.

Unterbrich Deine Sitzphasen bewusst. Wenn möglich arbeite ab und zu als Ausgleich und um unterschiedliche Muskelpartien anzusprechen an Stehtischen.

Zudem solltest du übermäßigen Stress im Rahmen des Möglichen vermeiden bzw. diesen gezielt abbauen. 

Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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