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Wirbelsäulendeformation

Was ist die Ursache?

Entstehung von Rückenschmerzen oft multikausal


Morbus Scheuermann

ARTIKEL von Stefan Füger | 18.11.2016

Deformierende Rückenerkrankung

Bei Morbus Scheuermann handelt es sich um eine krankhafte Deformation des Rückens.

Meistens betrifft Morbus Scheuermann die Brustwirbelsäule. Die Betroffenen entwickeln einen mehr oder minder stark ausgeprägten Buckel.

Spätfolgen im Erwachsenenalter beschreibt die Medizin als Post-Scheuermann-Syndrom.

Wachstumsstörung der Wirbelsäule

Die Namensgebung des Krankheitsbildes Morbus Scheuermann geht zurück auf den dänischen Orthopäden und Radiologen Holger Werfel Scheuermann. Er beschrieb vor etwa 100 Jahren erstmals die deformierende Wachstumsstörung an der Wirbelsäule. Die synonymen Fachausdrücke lauten Adoleszentenkyphose bzw. juvenile Kyphose.

Meist taucht Morbus Scheuermann im Jugendalter auf. Pubertäre Wachstumsschübe spielen in der Entstehung eine wichtige Rolle.

Männliche Jugendliche betrifft die Krankheit deutlich häufiger als weibliche. Für Rückenschmerzen insgesamt ist dies atypisch. Rückenbeschwerden treffen Frau etwas häufiger als Männer.

Aufgrund des Zeitpunkts seines Auftretens trägt Morbus Scheuermann umgangssprachlich auch die Bezeichnung Lehrlingsbuckel.

Doppel-S-Form der Wirbelsäule

Um die Entstehung und Ausprägung von Morbus Scheuermann nachzuvollziehen, empfiehlt sich ein Blick auf die Beschaffenheit unserer Wirbelsäule:

  • Je zwei Wirbelkörper bilden übereinander gelagert ein Wirbelgelenk.
  • Dazwischen finden sich als eine Art Stoßdämpfer unsere Bandscheiben.
  • Die einzelnen Wirbelgelenke weisen lediglich eine limitierte Beweglichkeit zueinander auf. In der Summation ergibt sich jedoch ein beachtlicher Bewegungsspielraum besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule und der Halswirbelsäule.
  • Die Wirbelsäule erscheint aus der seitlichen Betrachtung wie zwei ineinander übergehende Buchstaben S. Deshalb sprechen Experten von der sogenannten doppelten S-Form der Wirbelsäule.

Bei Morbus Scheuermann kommt es einerseits zu einer Fehlbildung der Wirbel und dadurch andererseits zu einer Fehlstatik der Wirbelsäule.

Keilwirbel und Krümmung der Wirbelsäule

Wie gesagt entsteht die Krankheit während jugendlicher Wachstumsschübe. Hierbei wächst der vordere (in der Fachsprache ventral genannt) Bereich der Wirbel langsamer als der hintere Bereich (in der Fachsprache dorsal genannt).

Dadurch entsteht eine typische Keilform weshalb im Rahmen von Morbus Scheuermann auch von Keilwirbeln gesprochen wird.

Die verändertere Keilform der Wirbel lässt den Bandscheiben weniger Platz, so dass sie nach vorne hin abflachen.

Durch mehrere Keilwirbel übereinander entwickelt sich ein Rundrücken oder Buckel. Ärzte sprechen hierbei von einer verstärkten Kyphosierung (oder Hyperkyphose) der Wirbelsäule.

Eine Kyphose bezeichnet in der Fachsprache die nach hinten gekrümmte Wirbelsäule wie sie im Bereich der Brustwirbelsäule auftritt. Die Lordose hingegen bezeichnet im Bereich der Lendenwirbelsäule eine Krümmung nach vorne.

Typischerweise betrifft Morbus Scheuermann die Brustwirbelsäule. In selteneren Fällen macht sich die Krankheit an der Lendenwirbelsäule bemerkbar. Anstatt der Vorwärtskrümmung bzw. Lordose entwickelt sich ein Flachrücken oder gar eine Kyphose.

Der bisherige Stand der Forschung liefert keine eindeutigen Antworten zur Entstehung von Morbus Scheuermann.

Eine erbliche Komponente scheint eine Rolle zu spielen.

Darüber hinaus werden Alltagsverhalten, wie beispielsweise lange gebückte Sitzphasen und bestimmte Sportarten genannt, die die Wirbelsäule stark belasten und zur Entstehung eines Rundrückens beitragen können. 

Oft verursacht Morbus Scheuermann im Anfangsstadium keine Schmerzen, so dass die Entdeckung der Krankheit teilweise nur ein Zufallsbefund ist.

  • Erste äußerliche Symptome sind die Ausbildung eines Buckels oder Rundrückens im Bereich der Brustwirbelsäule mit nach vorne fallenden Schultern.
  • Als Ausgleich entwickelt sich dann teilweise im Bereich der Lendenwirbelsäule ein übermäßiges Hohlkreuz.
  • Im Bereich der Lendenwirbelsäule manifestiert sich in selteneren Fällen der oben beschriebene Flachrücken.
  • Die Beweglichkeit der Wirbelsäule wird häufig eingeschränkt.
  • Im Verlaufe der Krankheit können Schmerzen auftreten.
  • Zudem sind psychische Aspekte aufgrund des Erscheinungsbildes des Rundrückens nicht zu vernachlässigen.

Zwar gilt die Krankheit als selbstlimitierend. Morbus Scheuermann schreitet nach Abschluss der Wachstumsphasen also nicht weiter voran.

Jedoch lassen sich bis dahin entstandene Schäden an Wirbeln und dazwischen liegenden Bandscheiben nicht rückgängig machen. Sie sind irreversibel.

Die Vorschädigungen begleiten den weiteren Verlauf des Erwachsenenlebens und können Schmerzen und Beschwerden wie beispielsweise Bandscheibenvorfälle nach sich ziehen. Mediziner sprechen dann vom sogenannten Post-Scheuermann-Syndrom

Der äußerliche klinische Befund samt Feststellung von Bewegungseinschränkungen und Schmerzcharakteristika bilden die Grundlage der Untersuchung.

Zur Ergänzung der Diagnose von Morbus Scheuermann sind seitliche Ganzwirbelsäulenaufnahmen erforderlich um Form der Wirbel sowie der Krümmungswinkel in den einzelnen Abschnitten der Wirbelsäule bestimmen zu können. 

Physiotherapie

Um einer weiteren Verformung der Wirbelsäule entgegenwirken zu können, ist eine frühe Entdeckung der Krankheit förderlich.

Wie oft bei der Behandlung von Rückenschmerzen stehen konservative Behandlungsansätze im Vordergrund. Mittels Physiotherapie sollen relevante Muskelgruppen im Rücken aufgebaut und verstärkte werden, um einem Fortschreiten der Verkrümmung entgegenzuwirken.

Einzelne Sportarten Muskelaufbau zuträglich

Abträglich sind solche Sportarten denen die Wirbelsäule durch Sprünge etc. großen Belastungen und Kompressionen ausgesetzt wird. Zu bevorzugen sind hingegen rückenschonende dem Muskelaufbau zuträgliche körperliche Betätigungen wie beispielsweise Schwimmen.

Orthese

Vergleichbar mit der Skoliose kommt alternativ ein Kunststoffkorsett zur Stützung der Wirbelsäule zum Einsatz. Im Fachbegriff Orthese genannt soll die Teilfixierung helfen, die Haltung zu korrigieren und den Krümmungswinkel zu korrigieren.

Operation

Bleibt nach Abschluss der Wachstumsphasen ein zu hoher Krümmungswinkel besteht oder chronische Schmerzen die Betroffenen plagen, kann ein operativer Eingriff anstehen. Hierbei werden degenerierte Bandscheibenteile entfernt, durch körpereigenes Material beispielsweise aus den Rippen ersetzt, die Wirbelsäule aufgerichtet und mit Hilfe von Schrauben und Halteplatten stabilisiert. 

Bei Morbus Scheuermann handelt es sich um eine Wachstumdeformation an der Wirbelsäule.

Während pubertärer Wachstumsschübe wachsen die Vorderseiten der Wirbel langsam als die nach hinten gewandten Abschnitte mit der Folge sogenannter Keilwirbeln.

Zumeist tritt Morbus Scheuermann im Bereich der Brustwirbelsäule auf. Äußerliche Anzeichen sind dann ein Rundrücken oder Buckel.

Bis zum Abschluss der Wachstumsphasen entstehenden Schädigungen an Wirbelsäule und Bandscheiben bleiben im Erwachsenalter bestehen und können auch dann noch zu erheblichen Beschwerden führen. Mediziner sprechen dann vom Post-Scheuermann-Snydrom.

Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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