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Erkrankung der Wirbelsäule

Was ist die Ursache?

Entstehung von Rückenschmerzen oft multikausal


Morbus Bechterew

ARTIKEL von Stefan Füger | 05.12.2016

Chronische entzündliche Rückenerkrankung

Bei Morbus Bechterew handelt es sich um eine chronisch entzündliche Rückenerkrankung, die u.a. zur Versteifung der Gelenke führt.

An der Wirbelsäule manifestiert sich Morbus Bechterew besonders im Bereich der Lenden- und Brustwirbelsäule.

Daneben können innere Organe oder die Augen betroffen sein.

Was sind die Ursachen von Morbus Bechterew? Wie laufen Diagnose und Behandlung ab?

Der Begriff Morbus Bechterew bezeichnet eine chronische (also dauerhafte), entzündliche Erkrankung, die besonders das Bewegungssystem betrifft.

Sie führt zu Schmerzen und zur Versteifung der Gelenke. Neben diesen Symptomen besonders an der Lenden- und Brustwirbelsäule können auch Entzündungen innerer Organe und der Regenbogenhaut im Auge auftreten.

Ende des 19. Jahrhunderts im Jahre 1893 beschrieb der russische Neurologe Wladimir Michailowitsch Bechterew erstmals umfassend das Krankheitsbild. Nahezu zeitgleich legten in den Jahren 1897 und 1898 der Deutsche Adolf von Strümpel und der Franzose Pierre Marie vergleichbare Ausarbeitungen vor.

Morbus Bechterew ist deshalb auch unter den Synonymen Bechterewsche Krankheit und Bechterew-Strümpell-Marie-Krankheit bekannt.

Der lateinische Fachbegriff Spondylitis ankylosans steht für eine verbiegende Entzündung der Wirbelsäule.

Morbus Bechterew ist jedoch keineswegs eine neuzeitliche Erscheinung. Mittelalterliche Überlieferungen beschreiben bereits vergleichbare entzündliche und deformierende Krankheitsbilder an der Wirbelsäule, die auf das heute bekannte Morbus Bechterew hinweisen.

In Westeuropa insgesamt wie auch in Deutschland leidet jeder 200. Mensch unter Spondylitis ankylosans. Dies entspricht 0,5% der Bevölkerung.

Über ihre Ursachen der Spondylitis ankylosans besteht keine vollständige Klarheit. Sie gilt bis dato als unheilbar, tritt in Schüben auf und betrifft besonders Knochen und Gelenke an der Wirbelsäule und deren Verbindung zum Becken.

Die bisherige Forschung deutet auf eine genetisch bedingte Störung des Immunsystems hin und lässt folgende Vermutung zu. Jeder Mensch besitzt Proteine vom Typ HLA. Die Abkürzung HLA steht hierbei für den englischen Begriff Human Leucocyte Antigen.

HLA spielt bei der Erkennung von Krankheitserregern eine Rolle. Offensichtlich erfüllen unterschiedliche Ausgestaltungen von HLA diese Aufgabe mehr oder weniger gut.

Neun von zehn Morbus Bechterew-Patienten tragen ein Protein HLA B27, also eine besondere Variante von HLA. Dieses scheint mit der Abwehr von Krankheitserregern teils überfordert was zu einer stärkeren Immunreaktion führt, um Eindringlingen Herr zu werden.

Das Vorhandensein von HLA B27 führt jedoch nicht zwangsläufig zu Morbus Bechterew. Das Risiko einer Erkrankung steigt bei Menschen mit diesem spezifischen Typ von HLA jedoch um das Neunzigfache gegenüber der Allgemeinbevölkerung an.

Die Symptome von Morbus Bechterew empfinden Betroffene sehr unterschiedlich. Insofern lassen sich nicht typischen Beschwerden festmachen, die zweifelsfrei auf Spondylitis ankylosans hindeuten.

Je nach Stadium der Erkrankung zeigt sich das Krankheitsbild zudem sehr unterschiedlich.

Undifferenzierte aber typische Symptome von Morbus Bechterew sind tiefsitzende Rückenschmerzen, die sich anfänglich im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Gesäßes äußern.

Patienten klagen über eine Steifigkeit des Bewegungsapparates und Beschwerden besonders in der zweiten Hälfte der Nachtruhe.

An der Wirbelsäule führen Entzündungsprozesse darüber hinaus zur Bildung sogenannte Knochenspangen. Diese überbrücken benachbarte Wirbel und führen zum charakteristischen Bild der Wirbelsäule bei Morbus Bechterew sowie deren Versteifung.

Weitere Gelenke und Sehnen können entzündet sein, beispielsweise Hüfte oder im Bereich der Ferse die Achillessehne.

Im Gegensatz zur gesunden Wirbelsäule flacht bei Morbus Bechterew die Lendenwirbelsäule ab. Die Brustwirbelsäule hingegen krümmt sich übermäßig stark mit der Folge eines Buckels.

Als Kompensationshaltung streckt sich die Halswirbelsäule nach oben, um einem eingeschränkten Geradeausblick entgegenzuwirken.

Bei einem Teil der Betroffenen treten zudem Entzündungen an Augen oder inneren Organen auf.

Die Symptome von Morbus Bechterew lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Schmerzen an verschiedenen Gelenken, z.B. Hüfte oder Schulter.
  • Beschwerden an der Achillessehne.
  • Morgensteifigkeit der Wirbelsäule.
  • Über mehrere Monate anhaltende Rückenbeschwerden.
  • Beschwerden im Schlaf besonders in der zweiten Hälfte der Ruhephase.
  • Wechselnde Gesäßschmerzen.
  • Ausstrahlung in den Oberschenkel.
  • Entzündungen an Augen und inneren Organen.

Hieran anschließend stellt sich nun die Frage nach dem typischen Krankheitsverlauf von Morbus Bechterew. 

Einen eindeutigen Krankheitsverlauf von Morbus Bechterew zu prognostizieren ist nicht möglich. Die Bechterewsche Krankheit verläuft in unterschiedlichsten Formen, Intensitäten und Ausprägungen.

Der Beginn der Spondylitis ankylosans liegt typischerweise zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Die Frequenz der Schübe lässt sich nicht vorhersehen.

Relativ beschwerdefreie Phasen werden von Zeiträumen deutlicher Verschlechterung abgelöst.

Ein Großteil der Morbus Bechterew-Patienten bestreitet jedoch auch nach 40 Jahren Krankheitsdauer den Alltag ohne fremde Hilfe.

Sehr relevant für die Aufrechterhaltung der Lebensqualität erscheinen nachhaltige krankengymnastische Übungen. Hierzu möchten wir uns im nächsten Abschnitt über die Behandlung von Morbus Bechterew äußern. 

Bei der Behandlung von Morbus Bechterew spielen Krankengymnastik und Bewegung allgemein eine wesentliche Rolle. Eine Heilung der Bechterwschen Krankheit hingegen ist nicht möglich.

Die Wirbelsäule neigt nach einem langen Krankheitsverlauf von Spondylitis ankylosans zu Oestoporose.

Um der Versteifung und Deformation der Wirbelsäule sowie der Verschlechterung der Knochenstruktur entgegenzuwirken, ist gezielte, nachhaltige und konsequente Krankengymnastik unerlässlich.

Ein erhöhtes Aktivitätslevels insgesamt sowie auch Pilates und Yoga können einen Beitrag zur Erhaltung der Beweglichkeit leisten. 

Die Diagnose von Morbus Bechterew gestaltet sich schwierig. Wie oben erwähnt existieren keine spezifischen Beschwerden, die mit Sicherheit auf die Spondylitis ankylosans hindeuten.

Eine Abklärung durch einen erfahrenen Arzt ist unabdingbar. Dennoch vergehen zwischen dem ersten Auftreten von Beschwerden bis zur eindeutigen Diagnose meist mehrere Jahre.

Behandelnde Ärzte versuchen im Rahmen des Patientengesprächs so viele wie mögliche Informationen über den Verlauf der Schmerzen sowie familiäre Vorgeschichten zu erfahren. Schwerpunkte können hier sein:

  • Trat Morbus Bechterew bereits bei Verwandten auf?
  • Sind weitere chronische, entzündliche Erkrankungen in der Familie bekannt?
  • Welche der oben genannten für Morbus Bechterew häufig vorkommenden Schmerzen liegen vor, beispielsweise Gesäßschmerzen?

Verwendung finden hierbei Kataloge mit den wesentlichen Diagnosekriterien zu denen auch über einen längeren Zeitraum anhaltende Rückenschmerzen und Steifigkeit gehören.

Verschiedene klinische Tests dienen der Feststellung der Beweglichkeit und der Lokalisation von Schmerzen.  

Zusätzlich können bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen, um den Grad der Veränderung festzustellen sowie deren Verlauf zu dokumentieren.

Zudem ergibt bei der Diagnose von Morbus Bechterew zwar die Untersuchung des Blutes oft einen erhöhten Entzündungswert. Konkrete Anhaltspunkte lassen sich hieraus nicht ablesen. 

Morbus Bechterew kommt bei jedem 200. Menschen in Westeuropa vor.

Entzündliche Prozesse führen zu Schädigungen an Gelenken und Sehnen bis hin zu inneren Organen und den Augen.

Die Lendenwirbelsäule flacht typischerweise ab, während die Brustwirbelsäule zu einem Buckel neigt.

Die Ursachen für die Bechterwsche Krankheit sind noch nicht abschließend erforscht. Nach dem aktuellen Stand gehen Experten u.a. von einer genetisch bedingten Störung des Immunsystems als Ursache aus.

Die Diagnose gestaltet sich sehr schwierig. Oft vergehen mehrere Jahre zwischen ersten Beschwerden und eindeutiger Feststellung.

Für die Erhaltung der Lebensqualität ist konsequente Krankengymnastik unerlässlich. Daneben können Yoga und Pilates helfen, die Beweglichkeit aufrechtzuerhalten. 

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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