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Ursache Bewegungsmangel und muskuläres Ungleichgewicht

Was ist die Ursache?

Entstehung von Rückenschmerzen oft multikausal


Hohlkreuz

ARTIKEL von Stefan Füger | 07.12.2016

Hyperlordose durch Bewebungsmangel und Fehlhaltungen

Ein Hohlkreuz, in der medizinischen Fachsprache Hyperlordose genannt, hat seine Ursachen oft in Bewegungsmangel, einem muskulären Ungleichgewicht und Fehlhaltungen.

Frühzeitig erkannt, können Rückenschule und angepasstes Alltagsverhalten helfen, einem Hohlkreuz entgegenzuwirken.

Das Hohlkreuz bezeichnet eine der bekanntesten Fehlhaltungen der Wirbelsäule.

Beim gesunden Menschen weist die Wirbelsäule in der seitlichen Aufsicht die typische Doppel-S-Form auf. Im unteren Bereich, der Lendenwirbelsäule, sprechen Mediziner von der sogenannten Lordose – einer leichten konvexen Krümmung der Wirbelsäule nach vorne.

Beim Hohlkreuz fällt diese Krümmung nach vorne übermäßig stark aus, so dass Ärzte von einer Hyperlordose als Fachbegriff für das umgangssprachliche Hohlkreuz sprechen.

Das Becken kippt aufgrund der Krümmung nach vorne, so dass sich der Bauch etwas vorwölbt. Zur Kompensation verlagert sich der Brustkorb nach hinten.

Die zu starke Krümmung der Wirbelsäule verursacht anfänglich lediglich Muskelverspannungen. Im weiteren Verlauf kann es zu Rückenschmerzen und langfristig auch zu einer übermäßig starken Abnutzung beispielsweise der Bandscheiben kommen. 

Verschiedene Ursachen können ein Hohlkreuz begünstigen.

Nur in seltenen Fällen ist die Hyperlordose angeboren. Sie entsteht meist durch lang anhaltende Fehlhaltungen mit negativen Folgen für die Rückenmuskulatur, Bänder und Sehnen, sowie Wirbelkörper und Bandscheiben.

Zwar können diese Fehlhaltungen durch Erkrankungen wie Spondylolisthesis (umgangsprachlich als Wirbelgleiten bekannt) oder Morbus Pomarino (Zehenspitzengang) hervorgerufen werden.

Im Idealfall stützen Bauch- und Rückenmuskulatur sowie auch die Gesäßmuskulatur die Wirbelsäule und halten sie aufrecht. Gerade die Bauchmuskulatur erschlafft jedoch relativ schnell.

Ein zu stark ausgeprägter Hüftbeuger in Kombination mit einer schwachen Hüftstreckermuskulatur kann eine Vorwölbung der Wirbelsäule begünstigen.

Zudem führen lange, statische Sitzphasen zu einer zusätzlichen Verkürzung der Hüftmuskulatur was ebenfalls eine verstärkte Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorne begünstigen kann.

Die Ursache eines Hohlkreuzes liegt insofern sehr oft in Bewegungsmangel und einem muskulären Ungleichgewicht, das letztlich zu dauerhaften Fehlhaltungen führt.

Langen Zeiten im Stehen kann dies zusätzlich begünstigen genauso wie regelmäßiges, unsachgemäßes Tragen schwerer Lasten.

Übergewicht besonders im Bereich des Bauches kann einen zusätzlichen Zug auf die Krümmung der Lendenwirbelsäule hervorrufen.

Hohe Absätze, beispielsweise Stöckelschuhe bzw. Highheels, können neben verschiedenen weiteren negativen Auswirkungen auf den Bewegungsapparat, auch die Entstehung eines Hohlkreuzes befördern.

Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer erworbenen Hyperlordose.

Häufig bereite eine Hyperlordose anfänglich lediglich leichte Beschwerden. Typische Symptome eines Hohlkreuzes sind deshalb besonders Muskelverspannungen und leichte Rückenschmerzen.

Erst im weiteren Verlauf kann eine ungleichmäßige Belastung der Wirbelkörper zu einer übermäßigen Abnutzung der Bandscheiben bis hin zu einem Bandscheibenvorfall führen.

Zudem kann eine Hyperlordose zu einer Verengung des Spinalkanals führen. In der Fachsprache bezeichnen dies Mediziner mit Spinalkanalstenose.

Die beiden letztgenannten Punkte können zu heftigeren Beschwerden bis hin zu Reizungen der Nerven im Rückenmark führen. 

Eine Hyperlordose bzw. ein Hohlkreuz diagnostiziert der geschulte Blick eines Arztes bereits durch eine einfache Sichterkennung. In der seitlichen Aufsicht lässt sich typischerweise das nach vorne gekippte Becken und der zur Kompensation etwas nach hinten versetzte Brustkorb feststellen.

Natürlich lässt dies keinen Rückschluss auf die Ursachen zu. Möglicherweise liegt die Ursache eines Hohlkreuzes wie oben angemerkt in krankhaften Veränderungen der Wirbelsäule, z.B. Wirbelgleiten.

Insofern bringen bildgebende Verfahren hierüber mehr Klarheit über etwaige krankhafte Veränderungen und den aktuellen Zustand der Wirbelsäule samt möglicher Abnutzungserscheinungen an Wirbelkörpern und Bandscheiben sowie einem verengtem Wirbelkanal.

Die Art und Weise der Behandlung richtet sich nach Ursache, aktuellem Stand sowie damit einhergehender Schmerzen.

Das Anfangsstadium eines Hohlkreuzes mit leichten Muskelverspannungen und leichten Schmerzen im Rücken lässt sich durch einfache Maßnahmen adressieren. Das Mittel der Wahl bilden konsequente auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmte physiotherapeutische Übungen. Die Rückenübungen sollen relevante Muskelgruppen dehnen, entspannen und stärken.

Regelmäßige Anwendung dieser Rückenschule kann helfen, den negativen Auswirkungen des Hohlkreuzes in einer frühen Phase entgegenzuwirken und die durch muskuläre Ungleichgewichte entstandene Fehlhaltung auszugleichen.

Gerade bei einem fortgeschrittenen Hohlkreuz mit stärkeren Beschwerden im Rücken kann begleitend eine Schmerztherapie sinnvoll erscheinen. Ziel muss es sein, den Patienten so schnell wie möglich wieder im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung zu versetzen und ihm ermöglichen die Übungen der Rückenschule umzusetzen.

Da lange, statische Sitzphasen ein Hohlkreuz begünstigen ist bei der Büroausstattung auf ergonomische Gesichtspunkte zu achten. Insgesamt sollten Sitzphasen bewusst unterbrochen werden, es bietet sich ein individuell einstellbarer Schreibtischstuhl an.

Zudem sollten Betroffene dynamisch sitzen – dies gilt übrigens auch für gesunde Menschen. Kleine Bewegungen, sogenannte Mikrobewegungen, helfen, Bandscheiben, Bänder, Rückenmuskulatur und die Wirbelsäule insgesamt zu entlasten.

Bei Tätigkeiten im Stehen empfiehlt es sich die Stehposition öfters zu wechseln. Dies soll verhindern, dass die Bauch- und Rückenmuskulatur zu schnell ermüdet und ihrer stützenden Funktion der Wirbelsäule nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. 

Die Antworten ergeben sich natürlich besonders aus obigem Abschnitt über die Behandlung eines Hohlkreuzes.

Insgesamt empfiehlt sich mit viel Bewegung einer Hyperlordose vorzubeugen. Sport, Yoga, Pilates, präventive Rückenschule und viele andere dem Rücken zuträglichen Sportarten können helfen, relevante Muskulatur zu dehnen, zu stärken und zu entspannen.

Nachfolgend fassen wir Dir nochmals die wesentlichen Punkte zusammen, wie Du einem Hohlkreuz u.a. vorbeugen kannst. Wichtiger Hinweis: sollten Vorerkrankungen am Bewegungsapparat bekannt sein, solltest Du jegliche Übungen zuvor mit Deinem Arzt abstimmen.

  • Wie gesagt ist Bewegung das A und O, um Rückenbeschwerden zu vermeiden – und auch bei der Vorbeugung vor einem Hohlkreuz spielt zielgerichtete und sinnvolle Bewegung eine wichtige Rolle.
  • Dynamisches Sitzen.
  • Ergonomische Einrichtung eines Büroarbeitsplatzes.
  • Im Stehen immer die Belastung von einem auf das andere Bein wechseln

Ein Hohlkreuz wird meistens im Laufe Zeit erworben. Angeborene Fälle und eine durch ernsthafte Erkrankungen der Wirbelsäule hervorgerufene Hyperlordose bilden den deutlich kleineren Anteil.

Ursächlich sind oft Fehlhaltungen durch muskuläre Ungleichgewichte.

Anfänglich bereitet ein Hohlkreuz lediglich geringe Beschwerden in Form von Muskelverspannungen und leichten Rückenschmerzen.

Im Zeitverlauf kann ein Hohlkreuz jedoch zu einer übermäßig starken Abnutzung von Wirbelkörpern und Bandscheiben führen.

Gezielte Bewegung bildet die wesentliche Basis zur Vermeidung einer Hyperlordose. 

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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