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Plötzliche Kreuzschmerzen

Was ist die Ursache?

Entstehung von Rückenschmerzen oft multikausal


Hexenschuss: Schmerzen im unteren Rücken

ARTIKEL von Stefan Füger | 17.11.2016

Hexenschuss unvermittelt mit heftigen Schmerzen an der Lendenwirbelsäule

Bei einem Hexenschuss treten unvermittelt heftig Schmerzen im unteren Rücken auf.

Die Belastung nimmt der Wirbelsäule entlang nach unten zu.

Die Lendenwirbelsäule ist deshalb am anfälligsten.

Was sind Ursachen des Hexenschusses, wie äußern sich Symptome, wie werden die Schmerzen behandelt und wie lässt sich einem Hexenschuss vorbeugen?

Ein Hexenschuss bezeichnet plötzlich und unvermittelt auftretende Schmerzen im Bereich der unteren Wirbelsäule. Hier wirkt die größte Belastung auf das Rückgrat.

Die medizinische Fachsprache bezeichnet die Schmerzen als Lumbago oder Lumbalgie.

Der Ursprung der umgangssprachlichen Bezeichnung Hexenschuss ist interessant. Sie Geht auf die Mitte des letzten Jahrtausends zurück. Damals ordneten die Menschen viel für sie unerklärbare Phänomene Hexen, Alben und sonstigen Wesen ihrer Phantasie zu.

Hinter dem plötzlichen Hexenschuss (bzw. Albschoss) musste also eine unnatürliche Kraft stecken, die dem armen Betroffenen scheinbar die Schmerzen in den Rücken schoss. 

Die Ursachen eines Hexenschusses können recht unterschiedlich sein. Oft lassen sie sich gar nicht genau identifizieren, was übrigens für einen Großteil aller Rückenschmerzen gilt.

Eine untrainierte Muskulatur spielt sicherlich eine Rolle. Durch ruckartige, falsche oder ungünstige Bewegungen oder übermäßige Belastungen lässt die Rückenmuskulatur stark verkrampfen.

Ein Aufrichten aus einer gebückten Haltung erscheint oft nicht möglich. Die Muskelverspannungen können zu Bewegungseinschränkungen führen.

Die Schmerzen eines Hexenschusses sind oft positionsabhängig. In aller stellt sich ein Hexenschuss als harmlos heraus. Dennoch sollten sie ernst genommen werden. Denn teils können auch schwerwiegendere Ursachen als Muskelverspannungen hinter einem Hexenschuss stehen. Dazu weiter unter mehr.

Ein Hexenschuss kann sich in verschiedenen Symptomen äußern. Genau genommen stellt der Hexenschuss selbst keine Erkrankungen sondern selbst ein Symptom dar.

Unser Körper sendet hierbei klare Signale: etwas gerät aus dem Gleichgewicht und die Muskulatur blockiert oder erschwert zumindest jegliche weitere Bewegung und fordert Ruhe und Erholung ein.

Wie gesagt treten beim Hexenschuss typischerweise positionsabhängige, plötzliche starke Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.

Ein Aufrichten des Oberkörpers erscheint in dieser Situation oft kaum möglich. Relevante Muskelgruppen sind blockiert. Betroffene reagieren deshalb mit einer Schonhaltung.

Meist verschwinden die Schmerzen ohne ärztliche Behandlung nach einiger Zeit von alleine. Was dem Abklingen der Schmerzen zuträglich sein kann, zeigen wir weiter unten auf.

Betroffene, die sich durch einen Hexenschuss verunsichert fühlen, oder verbessern sich die genannten Symptome eines Hexenschusses nach einigen Tagen nicht, sollte ein Arzt auf jeden Fall zurate gezogen werden.

Treten bereits zu Beginn schlimmere Symptome auf, sollte unbedingt direkt ein Arzt konsultiert werden. Darauf möchten wir im nächsten Abschnitt eingehen.

Strahlen die Schmerzen im Lendenwirbelbereich auf andere Körperbereiche aus oder treten Lähmungserscheinungen und ein Taubheitsgefühl in Extremitäten auf, können dies Anzeichen für schlimmere Ursachen sein.

Möglicherweise liegt dann eine Bandscheibenvorwölbung oder gar ein Bandscheibenvorfall vor.

Neben Bandscheibenvorfällen können auch andere Verschleißerscheinungen verantwortlich sein, beispielsweise eine Degeneration der Wirbelgelenke, das sogenannte Facettensyndrom.

In jedem Fall sollte sich dann unbedingt und zeitnah ein Arzt ein Bild verschaffen und etwaige Maßnahmen einleiten.

Ein gewöhnlicher Hexenschuss klingt typischerweise innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig ab:

  • Immerhin 50% der Betroffenen verspüren nach wenigen Tagen keine Schmerzen mehr.
  • Insgesamt knapp 70% sind zwei Wochen nach dem Hexenschuss schmerzfrei.
  • Nach vier Wochen verschwinden die Symptome von 90% der Betroffenen.

Jegliche Schmerzen, die trotz ärztlicher Behandlung über sechs Wochen andauern, bezeichnen Experten als subakut. Zwar liegen hier noch keine chronischen Schmerzen vor. Dennoch befindet sich der Patient möglicherweise auf dem Weg zu einem Zustand chronischer Rückenschmerzen.

Der Arzt oder die Ärztin erfragt die Entstehung der Schmerzen und den bisherigen Verlauf der Krankheitsgeschichte, wenn jemand wegen akuter Schmerzen mit Verdacht auf Hexenschuss vorstellig wird.

Leider kann der Arzt im Falle unspezifischer Ursachen lediglich mit schmerzstillenden Maßnahmen reagieren. Die Beschwerden sollten, wie gesagt, innerhalb Tagen oder weniger Wochen vollständig verschwinden.

Im Falle des Verdachts schlimmerer Ursachen, stehen bildgebende Verfahren zur genaueren Abklärung der Situation der Wirbelsäule samt Bandscheiben zur Verfügung.

Die Behandlung eines „normalen“ Hexenschusses, also ohne schlimmere Ursachen, verläuft in aller Regel konservativ.

Die Wahl der Mittel besteht aus leichten Schmerzmitteln, um den Rücken etwas zu beruhigen und die Bewegungseinschränkungen zu reduzieren.

Paracetamol schnitt in einer Studie aus dem Jahre 2014 jedoch in Bezug auf Rückenschmerzen nicht sehr gut ab.

Wärmebehandlungen können zuträglich sein. Hierzu gib es eine Menge an Hausmitteln, zur Behandlung von Hexenschuss und Rückenschmerzen allgemein.

In der akuten Phase direkt nach dem Hexenschuss kann eine Stufenlagerung Erleichterung verschaffen. Die Betroffenen legen sich hierzu auf den Boden, Nacken und Lendenwirbelsäule werden mit einem kleinen Kissen oder zusammengerollten Handtuch gestützt und die Beine lagern auf einem Hocker.

In keinem Falle ist Bettruhe angesagt. Bewegung, im Rahmen des Möglichen und gegebenenfalls in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt, ist wichtig. Der Patient soll im wahrsten Sinne des Wortes so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen. 

Einem Hexenschuss lässt sich vorbeugen. Wenngleich Verschleißerscheinungen am Bewegungsapparat, speziell der Wirbelsäule und Bandscheiben leider völlig normal sind, kannst Du dennoch eine Menge unternehmen, um einen Hexenschuss zu vermeiden.

Bewegung steht hier natürlich an erster Stelle. Nicht umsonst weiß das abgedroschene Sprichwort „wer rastet – der rostet“. Bewegung, um einem Hexenschuss vorzubeugen, kann in vielerlei Hinsicht stattfinden.

Insgesamt kann die Kombination folgender Maßnahmen helfen, Beschwerden am Rücken zu vermeiden.

  • Lockere Bewegung in der Mittagspause. Eine wissenschaftliche Studie fand heraus, dass bereits eine Stunde tägliche Bewegung die negativen Folgen eines kompletten Bürotages im Sitzen kompensieren kann.
  • Nimm besser ab und zu die Treppe statt den Aufzug.
  • Stehe bewusst im Arbeitsalltag auf und lockere deinen Rücken.
  • Regelmäßige Rückenübungen können helfen, relevante Muskulatur zu stärken.
  • Verschiedene Sportarten sind dem Rücken zuträglicher als andere. Unsere Top-10-Sportarten für einen gesunden Rücken findest Du hier.
  • Sitz dynamisch. Bleib im Sitzen in Bewegung.
  • Richte Deinen Büroarbeitsplatz ergonomisch ein. Achte darauf, dass der Bürostuhl passend eingestellt ist und die Bildschirmhöhe passt.
  • Schaffe bewusste Entspannungsphasen in Deinem Alltag. Kleine Pausen zum Durchatmen können helfen, Stress zu reduzieren.
  • Darüber hinaus können Entspannungstechniken wie Yoga helfen, die Rückenmuskulatur zu lockern aber auch zu dehnen und zu stärken.
  • Erlerne ein passendes Alltagsverhalten beispielsweise beim Heben eines schweren Gegenstandes. Geh dabei in die richtige Ausgangsposition und spanne die relevante Muskulatur bereits vor der eigentlichen Belastung an.

Ein Hexenschuss kommt plötzlich und unerwartet. Leider verursacht er teils heftige Schmerzen.

Glücklicherweise bleiben diese typischerweise nur wenige Tag bis Wochen und verschwinden oft von alleine wieder.

Den negativen Auswirkungen eines Hexenschusse lässt sich in vielerlei Art und Weise vorbeugen. 

Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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