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Faszien


Verklebte Faszien Ursache von Rückenschmerzen

ARTIKEL von Stefan Füger | 18.04.2016

Faszien spielen bei Rückenschmerzen wichtige Rolle

Die Entstehung von Rückenschmerzen lässt sich oft nicht auf einen einzelnen Grund zurückführen. Viele verschiedene Faktoren können gleichzeitig eine Rolle spielen. 

Verklebte Faszien bilden hierbei einen wichtigen Teilaspekt. Sie 

Deshalb möchten wir Dir in diesem Beitrag die Funktionsweise von Faszien näherbringen und aufzeigen warum Faszien mit welchen Folgen verkleben können. 

Zudem liegt uns daran, Dir darauf aufbauend Ideen zu geben wie Du Deine Faszien geschmeidig halten kannst und Rückenbeschwerden vorbeugen kannst. 

Bevor wir im nächsten Abschnitt auf die grundlegen Aufgaben von Faszien eingehen, möchten wir Dir zunächst grob erklären um was es geht und wie Du Dir Faszien vorstellen kannst. 

Die Begrifflichkeit der Faszie entstammt wie viele Bezeichnungen der Anatomie aus dem Lateinischen und steht für Bündel oder Band. Der deutsche Ausdruck Bindegewebe dürfte geläufiger sein. 

Diese bindegewebeartigen Häute helfen, unserem Körper seine Form zu geben bzw. diese zu erhalten. Faszien kommen sozusagen in allen Bereichen des Körpers vor. Sie umspannen knöcherne Elemente genauso wie Nerven oder innere Organe.

Hinsichtlich der Formgebung trennen Faszien einzlene Bereich des Körper, beispielsweise Organe vom umliegenden Gewebe. So können sich bei der Atmung und anderen willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen des Körpers Organe verschieben und kehren doch an ihre vorgesehene Position wieder zurück.

Auch innerhalb der Muskeln haben Faszien eine trennende und formgebende Funktion. Sie trennen Muskeln voneinander und helfen beim Nährstofftransport über die Lymphbahnen.

Faszien sind enorm flexibel und für ihre Aufgaben wie geschaffen. 

Wie oben bereits angeklungen helfen Sie bei der Formgebung unseres Körpers, halten innere Organe an entsprechender Position erlauben aber beispielsweise beim Atmen deren Verschiebung in einem bestimmten Maße. 

Zudem trennen Faszien einzelne Muskeln voneinander und wirken beim Transport der Lymphe mit. Letztere bezeichnet ein wässrige Flüssigkeit, die das Zwischenglied zwischen Blutplasma und Gewebsflüssigkeit bildet. Sie transportiert Nährstoffe hin zu Zellen und sorgt für den Abtransport von Abfallstoffen aus den Zellen.

Muskelaktivität und das zwischen Muskeln liegende Fasziengewebe befördert den Lymphfluss. Ohne ausreichendes Aktivitätsleven lässt er sich nicht aufrechterhalten bzw. verlangsamt sich zumindest. Umgekehrt verbessert sich der Fluss der Lymphe durch Muskelaktivität.

Welche Rolle spielt das Fasziengewebe nun aber genau bei der Entstehung von Rückenbeschwerden?

Die Antwort auf die im vorangegangen Abschnitt abschließend gestellte Frage lautet stark verallgemeinert: Faszien können verkleben. Wodurch geschieht dies aber? Wie ist der Wirkmechanismus? Welche Folgen haben verklebte Faszien?

Wenn mehr Muskelaktivität zu einem besseren Lymphfluss führt, sollte umgekehrt weniger Aktivität zu einem verschlechterten Lymphfluss führen. Und in der Tat ist dies auch so. Verspanntes Muskelgewebe beeinträchtigen den Transport der Lymphe. 

Ohne komplett ins Detail gehen zu wollen, setzt folgender Wirkmechanismus ein. Die Lymphflüssigkeit transportiert nicht nur Nähr- und Abfallstoffe sondern auch einen Stoff namens Fibrinogen. Dieser Blutgerinnungsfaktor bleibt durch weniger Muskelaktivität und einem langsameren Lymphfluss im Muskelgewebe "hängen".

Dort wird er zu Fibrin abgebaut, das bei der Wundheilung zum Einsatz kommt und u.a. eine klebende Wirkung aufweist. Das Muskelgewebe verklebt also regelrecht und seine Mobilität schränkt sich weiter ein.

Du kannst Dir dies als eine Art Abwärtsspirale vorstellen:

  • Weniger Muskelaktivität führt zu einem schlechteren Fluss der Lymphe
  • Durch den schlechteren Lymphfluss reichert sich im Muskelgewebe mehr Fibrin an
  • Fibrin verklebt die Muskeln
  • Das verklebte Muskelgewebe verliert weiter an Mobilität

In der Folge kann das verklebte Muskelgewebe zu regelrecht verhärteten Strukturen führen. Wie dies zur Enstehung von Rückenbeschwerden beiträgt, lässt sich schon erahnen. In einem der nächsten Abschnitte wollen wir hierauf im Details etwas eingehen.

Auf den Punkt gebracht: Stress stresst auch Deine Faszien

Stress löst im Körper viele verschieden Reaktionen, die nicht notwendigerweise schädlich sein müssen. Stress versetzt Körper und Geist in einen Turbostart, wir sind plötzlich hellwach und aufmerksam, Bluddrduck und Durchblutung steigen an genauso wie die Muskelspannung

Die letztgenannte Stressreaktion eines erhöhten Muskeltonus kann jedoch auf Dauer zur Entstehung von Rückenbeschwerden beitragen. Faszien spannen sich in Stresssituationen an und lockern sich wieder, wenn der Stress abfällt. 

Passiert letzteres nicht in ausreichendem Maße, findet sich keine Möglichkeit, ihn abzubauen und er wird zum dauerhaften Begleiter, entspannt sich das Fasziengewebe auch nicht mehr in genügendem Umfang.

Entsprechend verhärtet sich das Fasziengewebe dauerthaft und die im vorangegangen Abschnitt dargestellte Abwärtsspirale wirkt permanent.

Wir möchten an dieser Stelle die wesentlichen Punkte nochmals zusammenzufassen und klären, ob verklebte Faszien die Mobilität reduzieren.

  • Aktivität des Muskelgewebes samt der dazwischenliegenden Faszien befördert den Lymphfluss.
  • Bewegungsmangel reduziert den Lymphfluss. 
  • Es kommt zum Verkleben des Muskelgewebes. 
  • Bleibt die Situation, beispielsweise durch anhaltenden Stress dauerhaft bestehen, kann dies bis hin zu einer Verhärtung des Gewebes führen.

Mit verspannten Muskeln und einem verhärteten Fasziengewebe fällt Bewegung natürlich schwerer. Einfache Dehnübungen helfen an dieser Stelle meist nicht mehr, um das Gewebe zu lockern. Die Mobilität reduziert sich durch verklebte Faszien tatsächlich.

Um es an dieser Stelle bereits zu betonen: Bewegung ist gesund und auch für Deine Faszien wichtig. Bewegung beugt Rückenschmerzen vor. Du kannst in vielerlei Hinsicht aktiv werden. Darauf kommen wir weiter unten nochmals zu sprechen.

Ausgehend von der allgemeinen Beschreibung von Faszien und ihren wesentlichen Aufgaben haben wir bereits anklingen lassen, dass Bewegungsmangel zu verhärteten Muskel- und Faszienstrukturen führen kann mit der Folge von mehr oder minder starken Mobilitätseinschränkungen.

Auch in der Rückenmuskulatur kann dieser unschöne Mechanismus sein Werk vollbringen. Die Lumbalfaszie durchläuft den Rücken mit vielen Nerven. Im Rücken empfinden wir verlgeichsweise "gut" Schmerzen.

Werden die Rückenmuskeln nicht in ausreichendem Maße bewegt und gesellt sich möglicherweise zu dieser Bewegungsarmut noch Stress, kann dies der Entstehung von Rückenbeschwerden beitragen. 

Stellen wir uns einen Büroalltag vor - vielleicht erkennst Du Dich wieder? Den Weg zur Arbeit bestreitet der oder die Büroangestellte in öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto. Der Büroarbeitsplatz ist von der Haltestelle oder dem Parkplatz nur wenige Meter entfernt. Am Schreibtisch angekommen beginnt ein Tag durchzogen von langen Sitzphasen, kaum Bewegung und gezielter Lockerungsübungen für den Rücken

In statischer, monotoner und fast verkrampfter Haltung geht es dem Feierabend entgegen. Der Rückweg zum Zuhause erfolgt wieder im Sitzen - im Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Kinder müssen nach dem Abendessen ins Bett gebracht werden und Raum für gezielte Entspannung bleibt kaum.

Sichelich stellen wir diesen Arbeitsalltag etwas überzogen dar. Dennoch führt der dauernde Bewegungsmangel der Rückenmuskulatur über lange Zeit zu immer stärker verspannten Muskeln und verklebten Faszien. Die Folge können Rückenbeschwerden sein.

Die Rückenmuskulatur insgesamt lässt sich hervorragend trainieren. In unserer Rückenschule geben wir Dir einige Anregungen zu Übungen. 

Mit etwas Konsequenz sollte sich etwas mehr Aktivität in den Alltag integrieren lassen, um den obigen sicherlich sehr düster dargestellten Büroalltag aufzuhellen. 

Ein täglicher kurzer Spaziergang in der Mittagspause, mehr Treppensteigen statt der Nutzung des Aufzugs, gezielte Lockerungsübungen zwischen Sitzphasen, dynamisches Sitzen und natürlich sportliche Betätigung bis hin zu Übungen zur Dehnung und Stärkung der Rückenmuskulatur und Stressabbau bei Yoga oder Pilates können sich positiv auswirken.

Faszien kommt heutzutage wesentlich mehr Wahrnehmung zu als in der Vergangenheit. Das Thema Faszien wurde regelrecht "trendy". 

Während Experten ihre Bedeutung für die Entstehung von Rückenbeschwerden über einen langen Zeitraum scheinbar unterschätzten und der Begriff zumindest medial wesentlich weniger als heute vertreten war, rücken sie in der Diskussion immer weiter nach vorne.

Die grundlegenen Mechanismen und Wirkweisen von Faszien erklären einen Teil der Entstehung von Rückenschmerzen

Durch statische lange Sitzphasen, Bewegungsmangel insgesamt und sicherlich ergänzt durch Stressituationen können Faszien verkleben. Die Mobilität der Muskeln kann sich dadurch reduzieren einschließlich der Enstehung von Schmerzen. 

Die größte Faszie durchläuft übrigens den Rücken. Sie wird auch als Lumbalfaszie bezeichnet. Aufgrund der vielen Nervenfasern erklärt sich die Anfälligkeit des Rückens für Beschwerden.

Als grundlegendes Fazit, und dies gilt nicht nur hinsichtlich Faszien, kannst Du viele Dinge unternehmen, um der Enstehung von Rückenschmerzen entgegenzuwirken. Abbau von Stress, ausreichend Bewegung allgemein und Sport im Speziellen können helfen, Beschwerden am Rücken zu vermeiden.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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