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Aufbau der Wirbelsäule

ARTIKEL von Stefan Füger | 29.04.2015

Wie kannst du Dir Deine Wirbelsäule vorstellen?

Wir möchten Dir hier einen grundlegenden Einblick in den zentralen Bereich unseres Bewegungsapparates geben.

Wenngleich die Wirbelsäule aus der Evolution heraus nicht für den aufrechten Gang gemacht scheint, erträgt sie dennoch große Belastungen.

Das Verständnis für die Anatomie der Wirbelsäule ist wichtig, für die Vermeidung von Rückenschmerzen.

Wie ist die Wirbelsäule aufgebaut? Welche Funktion übernehmen Bandscheiben?

Anhand der nachfolgenden Grafik möchten wir Dir schematisch den Aufbau der Wirbelsäule erläutern.

Sie ist aus knöchernen Wirbeln samt dazwischen liegender Bandscheiben zusammengesetzt. Diese bilden in der Kombination wiederum Bewegungselemente

Grob lässt sich die Wirbelsäule in drei Abschnitte einteilen, anhand derer auch wieder wesentliche Schmerzsyndrom festgemacht werden: 

  1. Halswirbelsäule bzw. Nackenwirbelsäule
  2. Brustwirbelsäule
  3. Lendenwirbelsäule

Die Belastung auf die Wirbelsäule nimmt von oben nach unten zu. Die Lendenwirbelsäule muss entsprechend mit den größten Kräften zurechtkommen. 

Zunächst weist die Wirbelsäule bei Geburt folgende 33 Wirbel auf

Aufbau der Wirbelsäule

  • 7 Halswirbel    
  • 12 Brustwirbel 
  • 5 Lendenwirbel
  • 5 Kreuzwirbel
  • 4 Steißbeinwirbel

Diese bleiben in der Konstellation auch viele Jahre bestehen. Zwischen 20. und 25. Lebensjahr wachsen Steißbein- und Kreuzwirbel einschließlich dazwischen liegender Bandscheiben zusammen.

Im Ergebnis entstehen das sogenannte Kreuz- und Steißbein. Die beiben bilden eine köcherne Einheit, so dass fortan von 25 Wirbeln gesprochen wird. 

Wie so oft exisitieren von der Regel, der Norm bzw. einem grundsätzlichen Aufbau natürlich Abweichungen. Diese können einerseits darin bestehen, dass sich mehr Wirbel vorfinden oder andererseits, dass Wirbel miteinander verschmelzen. 

Eine Lumbalisation bezeichnet so beispielsweise das Vorhandensein von sechs Lendenwirbeln. Von Sakralisation sprechen Ärzte beim Zusammenwachsen von Kreuzbein und fünftem Lendenwirbel. 

Zwei Wirbelkörper samt einer dazwischen liegenden Bandscheibe setzen ein sogenanntes Bewegungselement zusammen. 

Aufgereiht übereinander entsteht so die kettenförmige Anordnung der Wirbelsäule.

In der Daraufsicht von hinten erscheint ihre Form gerade. Von der Seite betrachtet wird die ihre typische Doppel-S-Form deutlich. 

Eine seitlich verkrümmte oder in sich verdrehte Wirbelsäule bezeichnen Ärzte als Skoliose. Die deutliche Mehrzahl entsteht durch Wachstumsschübe im Kindes- und Jugendlichenalter.

Die Kombination aus Wirbelkörpern und Bandscheiben spielt bei der Beweglichkeit der Wirbelsäule eine wichtig Rolle wie wir noch sehen werden. 

Um die Funktionalität des Bewegungsapparates und speziell der Wirbelsäule zu verstehen, macht ein kurzer Blick auf die Anatomie der Bandscheibe Sinn. 

schematische Darstellung Wirbelgelenk mit Bandscheibe

Bandscheiben bestehen aus einem Gallertkern umschlossen von einem sogenannten Faserring. Der Kern kann sehr gut Wasser binden. 

Deshalb kommt für unsere Bandscheiben kommt Flüssigkeitshaushalt unseres Körpers eine hohe Bedeutung zu. Einfach gesagt, kannst Du Dir Bandscheiben auch als eine Art Wasserkissen vorstellen. 

Bandscheiben erhalten keine Nährstoffversorgung durch Blutgefäße. Statt dessen vermögen Sie in Entspannungsphasen Wasser aufzunehmen, das sie bei Belastung wieder abgeben - in der Fachsprache Diffusion genannt.  

Für die Gesunderhaltung muss den Bandscheiben immer wieder ausreichend Ruhephasen geboten werden. Bandscheiben erholen sich sprichwörtlich im Schlaf.

Funktionierende Bandscheiben wirken zwischen zwei Wirbelgelenken wie eine Art Puffer oder Stoßdämpfer. Die Belastung der Bandscheiben nimmt entlang der Wirbelsäule nach unten hin zu.

Die Wirbelkörper weisen aufgrund des knöchernen Aufbaus in sich natürlich keine Beweglichkeit auf. 

Dank der flexiblen und sehr belastbaren Bandscheiben dazwischen, können sich die Wirbelköper aber zu- und gegeneinander bewegen und drehen

Jeder dieser Bewegungsspielräum wiederum nur für sich genommen bleibt ebenfalls recht limitiert. Die Kombination verschiedener Bewegungselemente zusammen ergibt dann aber die enorme Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule. 

Jetzt stellt sich natürlich die Frage in welchem Bereich die Wirbelsäule die größte Beweglichkeit aufweist. Grundsätzlich sollten eigentlich mehr Bewegungselemente zu mehr Beweglichkeit führen.

Insofern läge die Vermutung nahe, dass die Brustwirbelsäule als längster Abschnitt auch die größte Mobilität aufweist. Dies stimmt so jedoch nicht.

Der Grund hierfür liegt darin, dass der Brustkorb samt Brustbein und Rippen die Beweglichkeit einschränkt. Dies führt aber gleichsam zu einem größeren Schutz der Bandscheiben, so dass im Bereich der Brustwirbelsäule auch die wenigsten Bandscheibenvorfälle vorkommen. 

Die Segmente der Lendenwirbelsäule und Hals- bzw. Nackenwirbelsäule weisen eine größere Beweglichkeit als die Brustwirbelsäule auf.

An dieser Stelle möchten wir auf drei Themen eingehen: 

  1. Bandescheibenvorfall
  2. Facettensyndrom
  3. Skoliose

Bandscheibenvorfall

Durch lange Abnutzung und ungünstige Bewegungsabläufe über die Belastungsgrenze hinaus, können sich Bandscheiben verschieben. Durch Risse im sogenannten Faserknorpelring kann die Bandscheibe in den Spinalkanal eintreten in welchem die Nervenbahnen des Rückenmarks verlaufen. 

Am häufigsten kommen Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule vor. Im Bereich der Brustwirbel manifestieren sich Bandscheibenvorfälle hingegen vergleichsweise selten. 

Nach der Diagnose durch den Arzt mittels bildgebender Verfahren und Abtasten erfolgt eine konservative Behandlung typischerweise durch Verabreichen leichter Schmerzmittel sowie manueller Therapie teilweise ergänzt um Wärmetherapie. 

Im Gegensatz zu früher sehen Ärzte heutzutage oft von der Empfehlung der Bettruhe ab. Ziel muss sein, den Patienten im wahrsten Sinn des Wortes in Absprache mit dem behandelten Arzt wieder auf die Beine zu bringen und zu mobilisieren.

Größtenteils lassen sich Bandsscheibenvorfälle zwar konserverativ in den Griff bekommen. Dennoch finden nach Einschätzung einiger Fachleute immer noch zu viele Bandscheibenoperationen statt, die ihrer Meinung nach unnötig seien. 

Facettensyndrom

Wirbelgelenke, auch Facettengelenke genannt, verbinden je zwei Wirbelgelenke miteinander. Deren Abnutzung mit der Folge von Rückenschmerzen nennen Experten Facettensyndrom oder synonym Wirbelgelenksathrose

Bandscheiben nutzen im Zeitverlauf ab und verlieren an Höhe. Dies begünstigt ein näheres Aneinanderrücken der Wirbelgelenke samt stärkerer Abnutzung und Entzündungsreaktionen. 

Gründe für das Facettensyndrom liegen häufig in Bewegungsmangel oder falschem Alltagsverhalten. Hierzu zählen lange und statische Sitzphasen oder einseitige körperliche Tätigkeit, wie beispielsweise langes Arbeiten über dem Kopf. 

Skoliose

Bei einer Skoliose kommt es zu einer seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule. Diese kann einhergehen mit einer Verdrehung bis hin zu einer Deformation einzelner  Wirbelkörper. 

Tückischerweise lässt sich eine beginnende Skolios äußerlich oft nicht wahrnehmen und bereitet Betroffnen oft auch keine Schmerzen. Die Ursache für einen Großteil aller Skoliosen liegt in Wachstumsschüben bei Kindern und Jugentlichen. 

Erst im Zeitverlauf, oft erst im Erwachsenenalter, macht sich die veränderte Form der Wirbelsäule bemerkbar bis hin zu Bandscheibenvorfällen oder der oben beschriebenen Abnutzung der Wirbelgelenke

Entsprechend kommt der frühen Erkennung einer Skoliose große Bedeutung zu. Mit angepasster Lagerung bei Kleinkindern oder physiotherpeutischen Maßnahmen bei Kindern und Jugentlichen lässt sich teils entgegenwirken. 

Bei fortgeschrittenere Verkrümmung der Wirbelsäule verordnen Ärzte eine sogeannte Orthese. Dieses speziell angespasste Kunstsstoffkorsett umschließt den Oberkörper und muss Tag und Nacht bis zum Ende der Wachstumsphase getragen werden. 

In wenigen Fällen versuchen Ärzte operativ zu korrigieren. 

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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