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Wenn der Rücken schmerzt


Bandscheibenvorfälle: Operation sinnvoll?

ARTIKEL von Stefan Füger | 08.11.2016

Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfälle gehören zu einem der Auslöser von Rückenschmerzen.

Sie machen zwar lediglich einen kleinen Teil der gesamten Rückenschmerzen aus - vermutlich weniger als uns mediale Präsenz suggeriert. 

Für Betroffene können Bandscheibenvorfälle jedoch recht schmerzhaft verlaufen.

Häufig wählen behandelnde Ärzte oder Ärztinnen das Mittel der Operation.

Sollten Bandscheibenoperation konservativen Behandlungsmöglichkeiten vorgezogen werden?

Bandscheibenvorfälle teils unentdeckt

Das Robert Koch Institut schreibt in seiner Publikation Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Heft 53: „Echte und klinisch bedeutsame Bandscheibenvorfälle sind vergleichsweise selten; viele auf Bildern sichtbare Veränderungen finden sich ebenso häufig bei Personen, die keine Rückenschmerzen haben.“

Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss also notwendigerweise mit starken Schmerzen einhergehen.

Und vermeintliche durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie oder Kernspintomographie entdeckte Schmerzursachen müssen sich nicht notwendigerweise in Rückenschmerzen äußern.

Zu viele Bandscheibenoperationen

Einen Großteil aller Bandscheibenvorfälle bekommen Ärzte und Physiotherapeuten durch konservative Behandlungsansätze in den Griff.

Ihrer Meinung nach reicht anfangs Schmerzmittel, Wärmetherapie, manuelle Therapie und später gezielte Bewegung und Training zur Stärkung und dem Aufbau der Rückenmuskulatur um den Folgen eines Bandscheibenvorfalls Herr zu werden.

Im Gegensatz zu früher liegt in der Bettruhe nicht mehr das Mittel der Wahl. Bandscheibenpatienten sollen möglichst schnell im Rahmen des Möglichen wieder aktiv werden.

Dennoch kommen jährlich in Deutschland immerhin nahezu 200.000 Patienten für eine Bandscheibenoperation unter das Messer.

Aus Sicht einiger Experten sei auch hiervon ein Großteil unnötig. Zu schnell und zu oft greifen nach deren Ansicht Chirurgen zum Messer, um die Folgen eines Bandscheibenvorfalls zu beseitigen.

Honorarstruktur und Heilungsprozess

Über die Gründe hierfür lässt sich lediglich mutmaßen. Drei Aspekte kommen in den Sinn:

  1. Bildergläubigkeit
  2. Honorarstruktur
  3. Geschwindigkeit

Auch Bilder können irren

Wie oben bereits angeklungen trauen die Experten des Robert Koch Instituts der reinen visuellen Erfassung vermeintlicher Schädigungen an Bandscheiben nicht.

Zu häufig, nach Meinung einiger Experten, folgen Orthopäden und Operateure scheinbar den Ergebnissen bildgebender Verfahren mit der Folge unnötiger Bandscheibenoperationen.

Honorarstruktur setzt falsche Anreize

Während die konservative Behandlung für Ärzte pro Quartal lediglich vergleichsweise wenige Euro einbringt kosten Operationen mehrere tausend Euro.

Schnell wieder auf die Beine

Eine konservative Behandlung bedarf in der Regel mehr Zeit. Mittels eines operativen Eingriffs kommt der Patient möglicherweise schneller wieder auf die Beine.

Dass eine Bandscheibenoperation den konservativen Behandlungsansätzen überlegen sei, lässt sich wissenschaftlich indes nicht nachweisen.

Bei einem kleineren Teil der Bandscheibenvorfälle bleibt lediglich das Mittel der Operation. Ob beim größeren Teil wirklich so viele chirurgische Eingriffe von Nöten sind, sei zumindest in Frage gestellt.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten bevorzugen

Grundsätzlich sollte das Spektrum konservativer Behandlungsmöglichkeiten weitgehend ausgeschöpft werden.

In der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie zum Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule vertritt man die Meinung, dass bis zu 90 % der symptomatischen Bandscheibenvorfälle dadurch in den Griff zu bekommen seien.

Ergänzend sei die Aussage des Lübecker Instituts für Sozialmedizin angemerkt. Die Autoren sehen eine unkontrollierbare Schmerzsymptomatik bei weniger als 5% der Patienten

Vorbeugung vor Bandscheibenerkrankungen

Wenn der Rücken zwickt und sich Bandscheiben durch jahrelange Fehlbelastung oder eine falsche Bewegung verschieben, stellen sich obige Fragen nach der Sinnhaftigkeit einer Bandscheibenoperation gegenüber konservativen Behandlungsmethoden.

Lass es am besten gar nicht so weit kommen. Viele Rückenschmerzen müssten nicht sein. 85% der Beschwerden am Rücken lassen sich nicht auf einen konkreten Grund zurückführen und gelten unter Fachleuten als unspezifisch.

Häufig handelt es sich hierbei um harmlose Muskelverspannungen. Natürlich lässt sich ein Verschleiß am knöchernen Bewegungsapparat der Wirbelsäule und unseren Bandscheiben nicht gänzlich vermeiden.

Schmerzhafte Auswirkungen wie das Facettensyndrom gehören neben schwächer werdenden Bandscheiben hinzu.

Dennoch lässt sich auch für die Bandscheiben eine ganze Menge unternehmen, um sie weitestgehend gesund zu erhalten.

Bandscheiben erholen sich beispielsweise im Schlaf. Gönn Deinen Bandscheiben genug Ruhe und Entspannung.

Versuche dynamisch zu sitzen, ändere bei längeren Sitzphasen immer wieder deine Sitzposition. Diese kleinen Bewegungen, auch Mikrobewegungen genannt, sorgen für eine bessere Flüssigkeitsversorgung der Bandscheiben.

Stehe zwischendurch auf und bewege dich insgesamt tagsüber genug, um die negativen Auswirkungen sitzender Tätigkeit zu kompensieren.

Bewegung insgesamt ist gesund und rückenfreundliche Sportarten, wie beispielsweise Rückenschwimmen, dienen der Kräftigung Deiner Rückenmuskulatur und der Entspannung Deiner Bandscheiben.

Stress kann ebenfalls durch Muskelverspannungen und verklebten Faszien zu Rückenschmerzen führen. Insofern versuche Stress soweit möglich zu vermeiden und durch gezielte Maßnahmen, wie beispielsweise Entspannungstechniken und Yoga, abzubauen.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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