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Rückenschmerzen durch unbehandelte Skoliose


Skoliose bei Kindern Ursache von Rückenbeschwerden

ARTIKEL von Stefan Füger | 11.07.2016

Häufig unentdeckt!

Wenn eine verkrümmte und verdrehte Wirbelsäule zu lange unentdeckt und unbehandelt bleibt können später Rückenschmerzen bis hin zu schwereren Krankheitsbildern am Bewegungsapparat folgen.

Nachfolgend zeigen wir Dir einiges Wissenswertes rund um den Themenbereich Skoliose auf. 

Was versteht man unter einer Skoliose?

Der Begriff ist vielen nicht unbekannt - aber was ist eine Skoliose genau? Was kannst Du Dir unter einer Skoliose vorstellen?

Eine Skoliose (das griechische Wort skolios bedeutet krumm) bezeichnet die dauerhafte, anomale seitliche Krümmung der Wirbelsäule mit einer Verdrehung der Wirbel um die Längsachse sowie teilweise deren Deformation. Diese Verformung wird auch als Torsion bezeichnet.

Der Vergleich der Skoliose mit einer gesunden Wirbelsäule veranschaulicht dies. In der seitlichen Aufsicht folgt sie einer Doppel-S-Form. In der Ansicht von hinten, auch Frontalebene genannt, erscheint die gesunde Wirbelsäule gerade und ohne Verdrehung der Wirbelkörper (eine ausführliche Beschreibung zur gesunden Wirbelsäule findest Du hier).

Eine Skoliose weicht von dieser natürlichen Form seitlich um mindestens zehn Grad ab, gemessen am sogenannten Cobb-Winkel.

Typischerweise weist eine Skoliose eine mehrdimensionale Deformität auf. Die seitliche Abweichung geht oft einher mit einer Verdrehung der Wirbel um die eigene Achse.

Wie häufig tritt eine Skoliose auf?

Interessanterweise liegt die Angabe wie oft eine Skoliose auftritt in einer Bandbreite zwischen 1% und 15%.

Unterschiedliche Untersuchungen variieren in den Mindestwerte für die Abweichung von der Längsachse. Daraus resultieren unterschiedliche Angaben wie häufig eine Skoliose vorkommt.

Unterstellt man die oben genannten mindestens 10 Grad liegt die Häufigkeit eine Skoliose bei ca. 2%.

Was sind Ursachen einer Skoliose?

Wie bei Rückenschmerzen insgesamt lässt sich für die Entstehung der Skoliose oft kein eindeutiger Grund definieren und bezeichnet sie als idiopathische Skoliose.

Die Skoliose hat ihren Ursprung meistens im Kindesalter bei Wachstumsschüben – und bleibt zunächst leider oft unentdeckt mit der Folge von Rückenschmerzen im Erwachsenenalter.

Behandlungsrelevante Skoliosen betreffen Mädchen deutlich häufiger als Jungs. Untersuchungen legen nahe, dass ein genetischer Zusammenhang bestehen könnte, wobei der dieser noch nicht abschließend geklärt ist.

Konkrete Gründe für die Skoliose können sein: bereits angeborene Fehlstellungen, Nerven- und Muskelerkrankungen, unterschiedlich lange Beine und damit einhergehend Beckenschiefstand oder asymmetrisches Wachstum.

Welche Formen der Skoliose werden unterschieden?

Der Begriff der Skoliose kann in mehreere Formen unterschieden werden. Hierbei wird die Skoliose eingeteilt nach Alter, der seitlichen Ausprägung, Bereich der Wirbelsäule oder Krümmungsmuster.

Die oben genannte idiopathische Skoliose lässt sich nach Kindesalter in drei Phasen einteilen:

  • Infantile idiopathische Skoliose: Entstehung bis zum 3. Lebensjahr
  • Juvenile idiopathische Skoliose: Entstehung zwischen 4. und 10. Lebensjahr
  • Adoleszente idiopathische Skoliose: Entstehung nach dem 10. Lebensjahr

Nach der seitlichen Ausprägung:

  • links- bzw.
  • ​rechtskonvexe Skoliose

Unterscheidung nach dem Bereich der Wirbelsäule:

  • Thorakale Skoliose: Brustwirbelsäule
  • Lumbale Skoliose: Lendenwirbelsäule
  • Thorakolumbale Skoliose: zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Thorakale und lumbale (doppelbogige) Skoliose: Brust- und Lendenwirbelsäulen

Unterscheidung nach dem Krümmungsmuster:

  • C-förmige Skoliosen
  • S-förmige Skoliosen
  • Doppel-S-Skoliosen

Wie wird die Skoliose untersucht und festgestellt?

Eine Skoliose verursacht im Anfangsstadium keine oder kaum Beschwerden, so dass sie meist zunächst unerkannt bleibt. Oft handelt es sich um einen Zufallsfund.

Neben Inaugenscheinnahme der Körperhaltung insgesamt stehen bildgebende Untersuchungsmöglichkeiten zur Untersuchung der Skoliose Verfügung mittels deren Hilfe ihr genauer Verlauf festzustellen ist. 

Verursacht jede Skoliose Rückenschmerzen?

Nicht jede Skoliose verursache Schmerzen. Wie schon angesprochen zeigt eine entstehende Skoliose zunächst keinerlei Schmerzen. Insofern lassen sich zunächst auf keine Symptome feststellen.

Diese entstehend im Zeitverlauf aufgrund von zunehmenden Verschleißerscheinungen ausgelöst durch die Krümmung und Drehung der Wirbelsäule sowie der Deformation der Wirbel typischerweise erst im Zeitverlauf.

Mögliche Folgen können Bandscheibenvorfälle oder Versteifungen einzelne Abschnitte der Wirbelsäule sein.

Wie wird eine Skoliose therapiert?

Die Wahl der der Therapien einer Skoliose hängt vom Ausmaß der Verkrümmung und vom Alter ab. In jedem Fall sei die ärztliche Abklärung empfohlen. Bei Kleinkindern kann bereits eine angepasste Lagerung positive Effekte in der Behandlung der Skoliose erzielen.

Bei Kindern und Jugendlichen finden typischerweise physiotherapeutische Übungen zur Haltungsverbesserung Anwendung.

In schweren Fällen verordnen Ärzte den Heranwachsenden ein maßgefertigtes Korsett aus leichtem Kunststoff, um das Fortschreiten der Skoliose zu verhindern. Dieses muss teilweise bis zum Abschluss des Wachstums Tag und Nacht getragen werden.

Lediglich in sehr schweren Fällen bleibt als letztes Mittel ein operativer Eingriff. 

Fazit und Zusammenfassung zu Skoliose und Rückenschmerzen

Eine Skoliose entsteht meist im Kindesalter und bleibt unentdeckt, da sie zunächst keine Schmerzen verursacht. Häufig lässt sich kein konkreter Grund feststellen.

Da sich eine unbehandelte Skoliose in der Mehrzahl der Fälle verschlechtert, treten Beschwerden meist erst im Zeitverlauf auf. Eine unentdeckte und nicht behandelte Skoliose kann dann im Erwachsenenalter zu Rückenschmerzen führen.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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