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Verschleißerscheinung an Wirbelgelenken

Schmerzzonen im Rücken


Schmerzhaftes Facettensyndrom

ARTIKEL von Stefan Füger | 07.11.2016

Facettengelenke Ursache von Rückenschmerzen

Facettengelenke können zu großen Schmerzen an der Wirbelsäule führen. Experten sprechen dann vom sogenannten Facettensyndrom.

Diese verschleißbedingten Rückenbeschwerden können entlang der kompletten Wirbelsäule auftreten.

Sie lassen sich oft nur aufwendig diagnostizieren. Ihre Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis hin zu operativen Eingriffen.

Facettengelenke – Verbindungsstellen zwischen Wirbelkörpern

Im Erwachsenenalter bilden 25 Wirbeln Deine Wirbelsäule. Jeder dieser Wirbel besteht aus dem sogenannten Wirbelkörper und dem Wirbelbogen. Letzterer umfasst und schützt das Rückenmark.

Deine dazwischen liegenden Bandscheiben stellst Du Dir als mit Wasser gefüllte Kissen vor, die als eine Art Stoßdämpfer wirken. Sie geben bei Belastung Flüssigkeit ab und nehmen diese in Ruhephasen wieder auf.

Damit sich die Wirbelsäule bei Bewegungen nicht verdreht bedarf es einer seitlichen Stabilisation. Der jeweils obere Wirbelkörper steht deshalb über je zwei Fortsätze mit dem darunter liegenden Wirbelkörper in Verbindung.

Diese Verbindungen tragen die Bezeichnung Facettengelenke und spielen für die Stabilität der Wirbelsäule und der Beweglichkeit der Wirbel zueinander eine wichtige Rolle.

Eine Knorpelschicht überzieht die knöcherne mit schmerzempfindlichen Nerven durchzogene Struktur.

Was ist das Facettensyndrom?

Das Facettensyndrom (auch als Wirbelgelenksverschleiß und Arthrose der Wirbelgelenke bezeichnet) gehört zu den verschleißbedingten Veränderungen an der Wirbelsäule.

Typischerweise nutzen mit zunehmendem Alter zunächst die Bandscheiben ab. Sie verlieren an Höhe und Elastizität, können versteifen und Belastungen nicht mehr so gut standhalten.

Bedingt durch weniger hohe Bandscheiben rücken die Facettengelenke näher zueinander. Deren Belastung nimmt zu und sie verschleißen mit der Folge von Entzündungsreaktionen und Rückenschmerzen.

Lumbales Facettensyndrom am häufigsten

Der untere Teil der Wirbelsäule trägt den größten Teil des Körpergewichts mit entsprechend hohen Belastungen.

An der sogenannten Lendenwirbelsäule tritt das Facettensyndrom deshalb am häufigsten auf. Mediziner sprechen hier vom lumbalen Facettensyndrom (Lendenwirbelsäule, kurz LWS).

Bereiten abgenutzte Facettengelenke im Bereich des Halses Rückenbeschwerden, spricht man vom zervikalen Facettensyndrom (Halswirbelsäule, kurz HWS).

Das seltenere thorakale Facettensyndrom betrifft den Bereich der Brustwirbelsäule (kurz BWS).

Ursache oft Bewegungsmangel

Die Ursachen für das Facettensyndrom liegen einerseits in der altersbedingten Abnutzung und anderseits in Über- bzw. Falschbelastungen im Alltag, sportlicher Betätigung oder bei der Arbeit. Beispielsweise kann häufiges Heben schwerer Lasten, Bücken und Überkopfarbeiten belasten.

Zu wenig Bewegung, Entspannungsphasen für die Bandscheiben, ein Bandscheibenvorfall oder Übergewicht können die Entstehung befördern.

Eine insgesamt degenerative Entwicklung der Elemente der Wirbelsäule ist ursächlich für die Entstehung des Facettensyndroms.

Ein Verschleiß der Bandscheiben mit der Folge enger beieinander liegender Wirbelkörper kann zur Abnutzung der Facettengelenke führen.

Ausstrahlende Rückenschmerzen Symptom des Facettensyndroms

Facettengelenke durchziehen viele Nervenbahnen, so dass die oben beschriebenen Abnutzungserscheinungen generell Rückenschmerzen nach sich ziehen können.

Wenngleich eine eindeutige Diagnostik aufwendig ist, kann sich das Facettensyndrom in folgenden Symptomen äußern:

  • Dumpfe, tiefliegende Rückenbeschwerden im Bereich der abgenutzten Wirbelgelenke
  • Ausstrahlung der Rückenschmerzen bis in das Gesäß oder Arme
  • Zunahme der Schmerzen tagsüber bei Belastung
  • Verringerung der Beschwerden im Liegen und Ruhephasen
  • Stärkeres Schmerzempfinden durch Überstreckung der Wirbelsäule
  • Verspanntes Muskelgewebe besonders im Bereich betroffener Wirbelgelenke
  • Steifheit der Lendenwirbelsäule am Morgen

Diagnostik durch Arzt oder Ärztin

Die Diagnostik des Facettensyndroms gestaltet sich schwierig und nicht eindeutig. Zunächst erfragt der Arzt bzw. die Ärztin den bisherigen Verlauf sowie die Entstehung und Charakteristika des Rückenschmerzes.

Röntgenaufnahmen alleine reichen oftmals nicht aus. Eine Kombination aus Kernspintomographie und Computertomographie können erste Hinweise geben.

Gewissheit bringt oftmals lediglich die Injektion eines lokalen Betäubungsmittels an vermeintlich betroffenen Facettengelenken. Wirbel für Wirbel klärt der Arzt so die Lokalisation des Schmerzempfindens ab.

Behandlung – was hilft gegen das Facettensyndrom?

Konservative Behandlung

Bereits entstandene Abnutzungserscheinungen an Wirbelköpern, Bandscheiben und Facettengelenken können nicht rückgängig gemacht werden.

Die Behandlung des Facettensyndroms zielt deshalb besonders auf Schmerzlinderung und die Verhinderung weiteren Verschleißes ab.

Neben der Gabe von Schmerzmitteln erlernt der Patient in der Physiotherapie und Rückenschule Übungen zur Kräftigung und Dehnung der Rückenmuskulatur sowie der besseren Koordination der Wirbelsäule.

Weiterhin können Bewegungsmuster für alltägliche Aufgaben erlernt werden. Wie sollte beispielsweise ein Gegenstand richtig gehoben werden?

Zusätzlich sollten sich Betroffene in Absprache mit dem Arzt im Rahmen der Möglichkeiten sportlich betätigen. Hierzu gehört z.B. Rückenschwimmen.

Denervation und Operation

Reichen diese konservativen Behandlungsmöglichkeiten des Facettensyndroms nicht aus, bleiben lediglich noch Denervation und Operation.

Bei der Denervation schaltet der Arzt temporär die Funktionsfähigkeit der Nervenenden aus mit der Folge eines beeinträchtigen Schmerzempfindens. Dies geschieht mittels Hitze (Thermotherapie) oder Kälte (Kryotherapie).

Nach lokaler Betäubung des zu behandelnden Bereichs platziert der Arzt oder die Ärztin unter Zuhilfenahme bildgebender Technologien eine Thermo- oder Kyrosonde am entsprechenden Nerv.

Der Nerv regeneriert sich über einen längeren Zeitraum von bis zu zwei Jahren. In dieser Zeit ist am betroffenen Facettengelenk kein oder ein vermindertes Schmerzempfinden herbeigeführt.

Sollte auch eine Denervation gewünschte Ergebnisse bleibt lediglich noch ein operativer Eingriff mit der Versteifung der Wirbelkörper zwischen denen sich die betroffenen Facettengelenke befinden.

Verschleiß verhindern

Verschleißerscheinungen am Bewegungsapparat einschließlich der Wirbelsäule kannst Du durch vielerlei Maßnahmen entgegengewirkt.

Gönne Deinen Bandscheiben ausreichend Schlaf und Erholung. Trinke genug Wasser, um den Flüssigkeitshaushalt Deines Körpers zu unterstützen. Behalte Dein Gewicht im Blick. Übergewicht kann ein verstärkender Faktor für die Entstehung von Rückenschmerzen bilden.

Dynamisches Sitzen hilft, die Bandscheiben während längeren Sitzphasen zu entlasten. Forscher haben übrigens herausgefunden, dass eine Stunde lockere Bewegung täglich die negativen Auswirkungen von bis zu acht Stunden sitzen.

Bewegung allgemein und spezielle Sportarten können helfen, die Muskeln des Rückens aufzubauen, zu stärken und zu entspannen.

Rückenschulübungen und Gymnastik leisten selbiges. In jedem Fall solltest Du die sportliche Betätigung und etwaige Übungen unter fachkundiger Anleitung erlernen und zuvor mit Deinem Arzt absprechen, ob der Ausübungen gesundheitliche Bedenken entgegenstehen.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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