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Schöne Schmerzursache

Schuhe und richtig gehen


Rückenschmerzen durch Stöckelschuhe

ARTIKEL von Stefan Füger | 27.10.2016

Schmerzhaftes Modestatement

Für viele Frauen gehören Stöckelschuhe zu einem gelungen Outfit hinzu. Sie bilden ein wichtiges Element des täglichen modischen Statements.

Frauen leiden statistisch gesehen häufiger an Rückenschmerzen als Männer. Kann dies auch am häufigen Tragen von Stöckelschuhen liegen? Oder sind Barfußschuhe die besseren Schuhe?

Als männlicher Autor und „Outsider“ zum Thema Stöckelschuhe kann ich hier lediglich Drittmeinungen kundtun und wissenschaftliche Studien zurate ziehen. Dennoch hoffen wir, Dir einige interessante Information zur Auswirkung von High Heels auf den Rücken aufzuzeigen.

Rückenschmerzen treffen Frauen öfter als Männer

Das weibliche Geschlecht trifft Rückenschmerzen in der Tat häufiger als die Männer. Dies bestätigen verschiedene Studien.

Auch die aktuelle Bewegungsstudie 2016 der Techniker Krankenkasse fördert dies zutage: „Während bei den Männern nur jeder Fünfte chronische Beschwerden bestätigt, ist bei den Frauen jede Dritte betroffen.“, schreiben die Verfasser.

[RUECKENTIPP-01]

Wir möchten natürlich nicht den Eindruck erwecken, dass der Unterschied nachweislich in unterschiedlichem Schuhwerk zu suchen sei. Die Autoren der Studie mutmaßen mehr, dass soziale Gründe und ein anderes Schmerzempfinden verantwortlich seien.

Dennoch möchten wir nachfolgend einen Blick auf mögliche Zusammenhänge zwischen Rückenproblemen und Stöckelschuhen werfen.

Aufbau von Stöckelschuhen

Stöckelschuhe variieren natürlich in ihrem Erscheinungsbild und ihrer Machart. Dennoch vereinen die meisten folgende Charakteristika.

Sie sind schlecht gepolstert, verengen sich nach vorne zu einer engen Fußspitze, verfügen über eine starre Sohle und mehr oder minder hohe und dünne Absätze.

Sicherlich kennen viele unserer Leserinnen Tipps und Tricks um auch ohne Schmerzen auf Stöckelschuhen laufen zu können. Dennoch möchten wir einen Blick auf die grundsätzlichen Auswirkungen auf den Bewegungsapparat und Rücken werfen. Lässt sich wissenschaftlich ein Zusammenhang zwischen Stöckelschuhen und Rückenbeschwerden aufzeigen?

Erster Eindruck und Vermutungen

Bevor wir uns den wissenschaftlichen Studien zuwenden, äußern wir vorab einige Vermutungen.

Die starre Sohle verhindert ein natürliches Abrollen des Fußes. Die natürliche Funktion des Fußgewölbes, Stöße beim Gehen abzufedern kommt nicht zur Wirkung.

Beim Barfußgehen trägt der Mittelfußknochen knapp die Hälfte des Körpergewichts. Den etwas höheren Anteil übernimmt die Ferse. Mit zunehmender Absatzhöhe verlagert sich dies weiter nach vorne und die Zehen müssen immer mehr des Gewichts tragen.

Die veränderte Druckverteilung durch das Tragen hoher Stöckelschuhe kann den Bewegungsapparat bis hin zur Wirbelsäule in unnatürlicher Art und Weise beanspruchen.

In der Folge kann sich die komplette Körperhaltung hin zu einem Hohlkreuz verändern. In meinem Selbsttest bedurfte es einige Konzentration, mein Becken beim Stand auf den Zehenspitzen nicht automatisch mit dem Effekt eines Hohlkreuzes nach vorne zu kippen.

Insofern kann ich gut nachfühlen welche Auswirkungen das dauerhafte Tragen von Stöckelschuhen auf den Bewegungsapparat nach sich ziehen können.

Die Waden- und Oberschenkelmuskeln verkürzen sich zudem bei dauerhaftem Gebrauch von High Heels.

Neben der Absatzhöhe spielt die Auftrittfläche eine Rolle. Je kleiner diese ausfällt, umso instabiler ist der Stand. Spitz zulaufende Modelle quetschen zudem die Zehen.

Insofern erscheinen aus diesen Überlegungen heraus die ungünstigsten Charakteristika folgende: hoher Absatz, kleine Auftrittfläche und spitz zulaufende Form.

Was sagen nun also wissenschaftliche Studien über den Zusammenhang zwischen Rückenbeschwerden und Stöckelschuhen?

Wissenschaftliche Studien zu Stöckelschuhen

Zwei wissenschaftliche Studien zum Thema weckten unser besonderes Interesse. In der einen geht es um die Auswirkungen von High Heels auf die Beinmuskulatur und die Achillessehne. Die andere Studie geht der Frage nach, ob hohe Absätze Arthrose im Knie begünstigen.

Beinmuskulatur und Achillessehne

Robert Csapo (Universität Wien) und Marco Narici (Manchester Metropolitan University) untersuchten in ihrer wissenschaftlichen Studie die Auswirkungen hoher Schuhe auf Beinmuskulatur und Achillessehen. Die Ausarbeitung erschien im Journal of Experimental Biology.

Sie verglichen dabei zwei Gruppen von Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Während eine Gruppe flaches Schuhwerk bevorzugte trugen die anderen Probandinnen über seit zwei Jahren oder länger Schuhe mit mindestens fünf Zentimeter hohen Absätzen.

Die Untersuchungen mit Ultraschall und Magnetresonanztomographie führten zu interessanten Ergebnissen. Die Beinmuskulatur der untersuchten Trägerinnen von Stöckelschuhen war im Durchschnitt um ca. 13% verkürzt. In der Folge litt die Beweglichkeit des Fußes. Gleichzeitig zeigten sich die Achillesversen dicker und fester als bei der Vergleichsgruppe von Frauen, die flaches Schuhwerk bevorzugten.

Den Absatzträgerinnen entstanden besonders dann Schmerzen, wenn auf flaches Schuhwerk umgestiegen wurde, da die verkürzte Achillessehne dann stärker gedehnt wurde.

Knie-Arthrose

Die chinesischen Wissenschaftler Yaodong Gu, Yan Zhang und Wenwen Shen der sportwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Ningbo (Zhejiang) kamen in ihren Untersuchungen zu folgendem Ergebnis.

Sie maßen die Auswirkungen unterschiedlich hoher Absätze (15 Millimeter, 45 Millimeter und 70 Millimeter) auf den Bewegungsapparat. Neben anderen Ergebnissen sahen die Forscher einen Zusammenhang zwischen steigender Absatzhöhe und der Begünstigung von Knie-Arthrose gegeben.

Auf die Dosis kommt es an

Wie vermutlich oft im Leben, so kommt es bei der Frage nach der Entstehung von Rückenschmerzen durch Stöckelschuhen auf die Dosis an.

Ab und zu getragen lassen sich vermutlich wissenschaftlich keine negativen Auswirkungen nachweisen. Und so sehen die Forscher der erstgenannten Studie auch keinen immanenten Anlass auf High Heels komplett zu verzichten. Viel wichtiger erscheint es, den negativen Auswirkungen für Beine und Rücken durch gezielte Dehnübungen entgegen zu wirken.

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Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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