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Rückenschmerzen im Beruf

Rücken und Arbeitsplatz

ARTIKEL von Stefan Füger | 15.11.2016

Rückenschmerzen bei Pflegekräften

Pflege belastet den Rücken

Rückenschmerzen können im Beruf entstehen.

Beschäftigte im Pflegesektor belasten ihren Rücken besonders häufig.

Nicht nur Heben, Tragen und Fehlbelastungen scheinen ausschlaggebend für die Entstehung von Rückenbeschwerden.

Auch Stress taucht als ein Faktor auf, die Rückenleiden zumindest verstärken können.

Rückenleiden führen zu hohen Fehltagen in der Pflege

Unter deutschen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen erreichen Pflegekräfte mit den höchsten Krankheitsstand.

Die häufigste Ursache für diese Fehltage liegt in Rückenleiden und anderen Erkrankungen der Muskulatur oder des Knochengerüstes.

Laut der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BWG) verursachen dies Beschwerden 25% der betrieblichen Ausfallzeigen.

Täglich zwei Stunden Fehlbelastung

Die Belastung der Wirbelsäule nimmt nach unten hin zu. Im Lendenwirbelbereich erfahren die Bandscheiben den stärksten Druck. Wenig überraschend aber umso schlimmer berichtet eine von zwei Pflegekräften laut derselben Quelle von Schmerzen an der Lendenwirbelsäule.

Die BWG ging sogar noch einen Schritt weiter und ließ Mithilfe des sogenannten CUELA-Systems die Pflegekräfte mehrerer Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auf die Belastung des Bewegungsapparates hin vermessen.

Zu diesem Zweck zeichneten die Forscher täglich mehr als 100 Millionen Datenpunkte auf. Diese zeigten, dass in Pflegekräfte im Krankenhaus pro Tag zwei Stunden in ergonomisch ungünstigen Fehlhaltungen zubrachten. In Pflegheimen lag die Zahl mit etwas über zwei Stunden sogar noch höher.

Ursachen von Rückenschmerzen in der Pflege

Heben und stehende Tätigkeiten belasten den Rücken

Diese Fehlbelastungen verursachen besonders Tätigkeiten im Stehen und beim Heben. Fachleute sprechen hierbei auch von axialen Fehlbelastungen, die im Rücken spürbar werden und die Wirbelsäule samt Bandscheiben sogar überlasten.

Pflegekräfte müssen regelmäßig schwer Heben, beispielsweise beim Umbetten, Anheben von Patienten, Verstellen der Rücklehnen der Betten und Tragen von Pflegmitteln.

Oftmals geschieht dies in gebückter oder zumindest leicht vorneüber gebeugter Haltung im Stehen. Der Lendenwirbelbereich, also der untere Rücken, erfährt dadurch eine hohe Belastung.

Stress fördert Rückenbeschwerden

Zu diesen rein physischen Faktoren gesellen sich leider aber auch noch psychische Themen, die Stress auslösen können.

Stress, so weiß man heute, kann Rückenschmerzen auslösen oder zumindest verstärken. Bleiben Stressoren, beispielsweise Umwelteinflüsse, über eine längere Zeit bestehen und kommt der Körper nicht mehr zur Ruhe, sprechen Experten von negativem Stress.

Stress und Zeitdruck scheinen in der Pflege sowohl in Krankenhäuser wie auch Pflegeheimen allgegenwärtig. Oftmals arbeiten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Schichtdienst einschließlich Sonn- und Feiertagen.

Abwärtsspirale Ausfallzeiten wegen Rückenbeschwerden

Die Kombination aus körperlicher Belastung und Stress kann innerhalb der Belegschaft der Pflegkräfte zu einer Art Abwärtsspirale führen.

Rückenbeschwerden führen wie gesehen bei Pflegeberufen im Vergleich zu anderen Arbeitnehmern zu höheren Ausfallzeiten.

Eine oftmals dünne Personaldecke erfährt durch lange Ausfallzeiten dann eine zusätzliche Belastung, die der jeweilige Rest des Teams auffangen muss.

Dies kann leider physischen und psychischen Druck weiter erhöhen – sicherlich nicht zum Wohle weniger Rückenschmerzen.

Wie lassen sich Rückenleiden in der Pflege vermeiden?

Rückenleiden in der Pflege lassen sich durch die Kombination geeigneter Hilfsmittel und richtiger Belastung des Rückens zumindest reduzieren – vielleicht sogar vermeiden. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass wir uns etwaiger Umsetzungschwierigkeiten im Pflegealltag bewusst sind.

Die Hilfsmittel sollten dabei helfen, die Beanspruchung des Rückens insgesamt und speziell der Lendenwirbelsäule beim Heben zu reduzieren.

Hierzu gehört allen voran natürlich höhenverstellbare Betten, Aufrichthilfen, Hebekissen, Duschrollstühle und andere Hilfsmittel. An erster Stelle muss in jedem Fall die Entlastung der Wirbelsäule stehen, um Rückenleiden in der Pflege zu vermeiden.

Natürliche möchten wir keiner Pflegekraft hier unterstellen, dass sie oder er nicht auf die Belange des Rückens bei der Arbeit achten würde. Insofern seien nachfolgende Punkte lediglich der Vollständigkeit halber angemerkt.

  • Gezielter Aufbau der relevanten Muskulatur zur Schonung der Wirbelsäule und Bandscheiben.
  • Erlernen geeigneter Hebetechniken. Hierzu gehören beispielsweise die Überprüfung der Position vor dem Anheben von Lasten und das bewusste Anspannen der Muskulatur vor der Belastung.
  • Lasten möglichst dicht am Körper tragen. Dies erwähnten wir bereits im Zusammenhang mit der Entstehung des Handynackens durch die Nutzung von Smartphones und der Nutzung eines Schulranzens.
  • Gezielter Abbau von Stress, beispielsweise über Entspannungsübungen wie Yoga. Klar, das ist leichter gesagt als getan.
  • Insgesamt hilft natürlich Bewegung außerhalb des Pflegeberufes, um speziell die Rückenmuskulatur samt Fasziengewebe zu dehnen, entspannen und zu stärken.

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) bietet zudem das Online-Portal www.gesund-pflegen-online.de. Die GDA schreibt auf der Homepage: „[…] Deswegen wollen wir es leichter machen: Mit gesund-pflegen-online.de stellen wir Ihnen ein kostenfreies Selbstbewertungsinstrument zur Verfügung, mit dem Sie Stand und Risiken in Sachen Arbeitsschutz für Ihren Betrieb erheben können […].“

Und das sollte dann hoffentlich auch wieder Pflegkräften zugutekommen, um möglichst Rückenleiden in der Pflege zu vermeiden.

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Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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