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Geschlechterspezifische Unterschiede bei Rückenschmerzen?


Frauen öfter von Rückenschmerzen betroffen als Männer

ARTIKEL von Stefan Füger | 24.09.2014

Rückenstudie des Robert Koch Institut

Rückenschmerzen aus dem Blick der Wissenschaft. Das Robert Koch Institut führt die wesentlichen Studien und deren Aussagen in einer spannenden Publikation zusammen.

Hier finden sich die wesentlichen Aussagen zum Stand der Forschung.

 

In der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes nimmt sich das Robert Koch Institut im Heft 53 des Themas Rückenschmerzen an. Darunter verstanden werden in dieser Studie primär nicht-spezifische tiefsitzende Rückenschmerzen – umgangssprachlich auch Kreuzschmerzen genannt.

Beim Studium der ca. 30 Seiten wird besonders klar: die Chronifizierung von Rückenschmerzen ist ein multikausales Problem, verursacht immense gesamtwirtschaftliche Kosten und mehr Verständnis für deren Entstehung und deren Vermeidung hat oberste Priorität. Was sind die wesentlichen Fakten?

Rückenschmerzen weit verbreitet, hartnäckig und kostspielig

In der zusammenfassenden Studie des Robert Koch Instituts reflektieren sich die wesentlichen Fakten aktuellen Kenntnisstandes:

  • Der Anteil unspezifischer Rückenschmerzen wird mit mindestens 80% angegeben. Selbst bei Krankenhausfällen bei denen eigentlich von ernstzunehmenden Erkrankungen auszugehen sein müsste liegt der Anteil unspezifischer Rückenschmerzen bei 45%. 2010 wurden in Deutschland mehr als 579.000 Krankheiten der Wirbelsäule stationär behandelt.
  • Psychologische Faktoren und seelischer Stress spielen eine sehr wichtige Rolle. Hierzu zählen u.a. niedrige Arbeitsplatzzufriedenheit, monotone Arbeiten sowie soziale Konflikte.
  • Interessanterweise besteht auch ein Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Rückenschmerzen. Personen mit niedrigerem Sozialstatus (gemessen an Bildung, Beruf, Einkommen) berichten häufiger über Rückenschmerzen. So liegt das Risiko für schwere Rückenschmerzen bei Hauptschulabsolventen etwa dreimal so hoch wie bei Abiturienten.
  • Die Prävalenz von Rückenschmerzen – also deren Verbreitung – wird von den Autoren als hoch bezeichnet: nur Rund 20% einer zitierten Studie gaben an noch nie in ihrem Leben Rückenschmerzen gehabt zu haben. Deutschland liegt damit im internationalen Vergleich weit vorne.
  • Frauen sind häufiger von Rückenschmerzen betroffen als Männer. Dies gilt übrigens bereits im Kindesalter.
  • Mittlerweile zählen Rückenschmerzen auch bei Kindern und Jugendlichen zu den häufigen Beschwerden. Leider, so muss wohl festgehalten werden, trägt der heutige Bewegungsmangel bei Kindern hierzu bei und dürfte die Prävalenz auch bei den zukünftigen Erwachsenen hochhalten.
  • In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass der stärkste Risikofaktor für zukünftige Rückenschmerzen die eigene Schmerzhistorie ist. „Je mehr Schmerzphasen, je länger die gesamte Krankengeschichte und die Dauer der aktuellen Episode, umso eher ist mit einem weiter ungünstigen Verlauf zu rechnen.“, so die Studie.
  • Zahlen des Robert Koch Instituts aus 2003 legen nahe, dass damals ein Viertel der telefonisch befragten Personen wegen Rückenschmerzen einen Arzt innerhalb der vergangenen 12 Monate aufgesucht hatte. „Rückenschmerzen sind ein häufiger Anlass von Arztbesuchen.“, hält die aktuelle Studie fest.
  • Zahlen der AOK aus dem Jahr 2010 bestätigen, dass Rückenschmerzen mit 14,5 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen und einem Anteil von 7,0% auf Platz 1 liegen. Pro Fall entspricht dies geschlechterübergreifend nahezu 12 Tage, wobei Frauen leicht länger der Arbeit fern blieben. Zahlen der Barmer-Ersatzkasse aus dem Jahre 2009 bestätigen die Zahlen.

[RUECKENTIPP-01]

Prävention vor Rückenschmerzen extrem wichtig

Zusammenfassen lässt sich festhalten, dass Rückenschmerzen in der deutschen Bevölkerung nachhaltig und weit verbreitet sind.

Die Prävalenz bei Kindern spricht dafür, dass sich die heutigen Angaben erwachsener Bundesbürger kaum ändern dürften.

Unspezifische Rückenschmerzen machen den weitaus größeren Teil aus. Insgesamt führt das Schmerzphänomen zu massiven gesamtwirtschaftlichen Kosten, sowohl direkt im Sinne von Behandlungskosten einschließlich Rehabilitationsmaßnahmen als auch indirekt im Sinne von Arbeitsunfähigkeit. 

Der Prävention vor Rückenschmerzen kommt angesichts dieser Daten eine weitreichende Bedeutung zu.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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