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Vorbeugung wichtig


Bandscheibenvorfall: teils schmerzhaft – Operation oft unnötig!

ARTIKEL von Stefan Füger | 24.09.2014

Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfall

Rückenschmerzen führen wir im Sprachgebrauch oft auf Bandscheiben zurück. Aber nicht jeder Bandscheibenvorfall muss mit Schmerzen einhergehen.

Wie kannst du Dir einen Bandscheibenvorfall vorstellen, wie äußert er sich und wie kann ein Bandscheibenvorfall verlaufen?

Rückenschmerzen Volkskrankheit Nr. 1

Fast jeder hat mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen. Nicht umsonst bezeichnen wir die Beschwerden am Rücken als Volkskrankheit Nr. 1.

Meist verschwinden die Rückenschmerzen nach einige Zeit ohne Behandlung. 85% der Rückenschmerzen gelten deshalb als unspezifisch. Eine konkrete Ursache lässt sich nicht feststellen.

Muskelverspannungen und verklebtes Fasziengewebe wegen Bewegungsmangel, verkrampftem Sitzen, unpassender Matratzen oder Stress gelten als Auslöser.

Teilweise liegen aber auch schwerwiegendere Veränderungen an Muskeln, Wirbelsäule oder Bandscheiben vor, wie beispielsweise das Facettensyndrom oder ein Bandscheibenvorfall (in der Fachsprache Diskusprolaps genannt).

Bandscheibenvorfälle verursachen nur einen geringen Anteil der gesamten Rückenschmerzen. Für Betroffene kann die krankhafte Veränderung der Stoßdämpfer unseres Rückens jedoch sehr schmerzhaft vonstattengehen.

Wie kannst Du Dir einen Bandscheibenvorfall vorstellen?

Ein Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der Wirbelsäule bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal - den Raum in dem das Rückenmark liegt - vortreten. 

In der Fachsprache wird davon gesprochen, dass sich der Kern der Bandscheibe (der sogenannte Nucleus pulposus) durch Risse des Faserknorpelring der Bandscheibe (auch Anulus fibrosus genannt) nach hinten in Richtung Spinalkanal verschiebt, wo das Rückenmark mit den absteigenden Nervenfasern verläuft.

Dadurch können Nerven gereizt oder im schlimmsten Falle gar blockiert werden.

In welchem Bereich der Wirbelsäule kommen Bandscheibenvorfälle vor?

Die häufigste Lokalisation von Bandscheibenvorfällen ist in den Segmenten L4/L5, L5/S1 und C6/7.

Ein Vorfall kann direkt nach hinten oder nach schräg seitlich hinten Nervenfasern komprimieren.

Je nach vorhandener Richtung kommt es zu einer anderen klinischen Symptomatik.

Nicht jeder Bandscheibenvorfall äußert sich in Beschwerden.

Werden jedoch Nervenfasern über einen bestimmten Schwellenwert hinaus mechanisch beeinträchtigt, kann sich das in Schmerzen, Gefühlsstörungen oder motorischen Schwächen äußern.

  • Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbelsäule können Symptome im Bereich der Arme und Hände verursachen.
  • Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule können zu Ausstrahlungen in die Beine und Füße führen.
  • Im Bereich der Brustwirbelsäule sind Bandscheibenvorfälle aufgrund der hohen mechanischen Stabilität des Brustkorbes mit Rippen und Brustbein eine Rarität.

[RUECKENTIPP-01]

Diagnose: wie stellen Arzt oder Ärztin einen Bandscheibenvorfall fest

Um einen Bandscheibenvorfall zu diagnostizieren befragen Arzt oder Ärztin den Patienten ausführlich nach dem Hergang und der Entwicklung der Schmerzen.

Seit wann bestehen die Schmerzen? Kamen die Schmerzen plötzlich, z.B. durch eine ungeschickte Bewegung oder beim Heben eines Gegenstandes? Besteht ein Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen?

Zusätzlich deutet die Haltung des Patienten auf eine mögliche Stelle der mechanischen Veränderung eines Bandscheibenvorfalls hin.

Daran anschließend helfen bildgebende Verfahren wie Computertomographie und Kernspintomographie im wahrsten Sinn des Wortes mehr Licht in die Abklärung eines Bandscheibenvorfalls zu bringen.

Wie kann ein Bandscheibenvorfall verlaufen?

Bandscheibenbedingte Erkrankungen können sehr hartnäckig sein, weisen jedoch stets einen gutartigen Verlauf auf und werden primär konservativ behandelt, also ohne einen operativen Eingriff.

Im Vordergrund stehen deshalb, dass Patienten sich möglichst bald wieder schmerzfrei bewegen können.

Die Mittel der Wahl zielen entsprechend meist auf Schmerzlinderung und Bewegungserhaltung ab.

Neben der Gabe passender Schmerzmittel kann Wärme helfen, verkrampfte und versteifte Rückenmuskulatur wieder zu lockern.

Bettruhe erscheint nur in Ausnahmen angebracht. Der Patient beginnt oft unmittelbar nach der Diagnose des Bandscheibenvorfalls mit Physiotherapie, um durch entsprechende Übungen die Wirbelsäule und Bandscheiben zu entlasten und das umliegende Muskelgewebe zu stärken.

Eine Operation wird in bestimmten Situationen notwendig.

Einerseits wenn ein großer Bandscheibenvorfall im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule die Blasen- und Mastdarmfunktion beeinträchtigt (Notfalleingriff bei unwillkürlichem Stuhlabgang und Störung der Blasenentleerung).

Andererseits, wenn der Bandscheibenvorfall zu einer höhergradigen Lähmungserscheinung in Arm oder Bein führt.

Bandscheiben-Operationen oft unnötig

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie zum Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule vertritt die Meinung: „Bis zu 90 Prozent der symptomatischen Bandscheibenvorfälle können durch eine konservative Therapie beherrscht werden.“

Der Bericht des Lübecker Instituts für Sozialmedizin spricht davon, dass lediglich bei „weniger als 5% der Patienten mit Bandscheibenvorfällen“ eine unkontrollierbare Schmerzsymptomatik vorliegt.

Zwar ermöglichen operative Eingriffe Patienten schneller wieder im wahrsten Sinn des Wortes auf die Beine zu kommen.

Langfristig lässt sich jedoch kein Vorteil des operativen Eingriffs an der Bandscheibe gegenüber konservativen Maßnahmen feststellen.

Ob ökonomische Anreize im Gesundheitssystem den Hintergrund für viele Operationen an Bandscheiben bilden, lässt sich nur mutmaßen.

Vorbeugung vor Rückenbeschwerden

In der Vorbeugung vor Rückenschmerzen liegt in jedem Fall der Schlüssel.

Muskelverspannungen können durch regelmäßiges Training samt Dehnung und Kräftigung vermieden werden.

Lange Sitzphasen sollten möglichst oft unterbrochen werden. Zudem hilft statisches Sitzen.

Forscher fanden heraus, dass eine täglich eine Stunde lockere Bewegung die negativen Effekte von bis zu acht Stunden Sitzen kompensieren kann.

Eine passende Bettausstattung aus Unterfederung, Matratze und Kissen können ebenfalls einen Beitrag leisten.

Grundsätzlich solltest Du Stress so weit wie möglich vermeiden oder durch Entspannungsübungen wie z.B. Yoga und Bewegung abbauen.

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Zur Verfügung gestellte Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und Untersuchung durch einen Arzt. Sie sind mit dessen Diagnose nicht gleichzusetzen.

Die Informationen sind nicht dafür da, Ferndiagnosen zu stellen oder konkrete Behandlungsmethoden für den Einzelfall zu empfehlen.

In Kommentar- und Forenbeiträgen enthaltene Hinweise ersetzen ärztlichen Rat nicht.

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